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Kuoni verunsichert mit einem vorsichtigen Ausblick

Dass ein grosser Reisekonzern wie Kuoni im ersten Halbjahr Verlust schreibt, gehört zu den Eigenheiten des Geschäfts und erregt kaum Aufsehen. Sorgen machen sich aber breit, wenn die Prognosen für die zweite Jahreshälfte Fragen aufwerfen.

Für die Monate Januar bis Juni legte Kuoni am Donnerstag ein Betriebsresultat (vor Steuern und Zinsen, EBIT) von -29,4 Mio. Fr. vor. Damit schnitt der grösste Schweizer Reisekonzern etwas besser ab als im Vorjahr. Damals hatte der Betriebsverlust 32,5 Mio. Fr. betragen.

Unsicherheit herrscht darüber, wie viel Geld Kuoni im zweiten Halbjahr hereinzuwirtschaften vermag. Konzernchef Rothwell geht für das Gesamtjahr von einem Betriebsresultat von "über 90 Mio. Fr." aus. Unter den Analysten gab es Schätzungen, die bis fast 130 Mio. Fr. reichten.

Erklärungen für die Ernüchterung fanden die Experten schnell: Kuoni leide unter der Billig-Konkurrenz, Preisdruck und internen Kosten, schreiben die Analysten. Dazu kommen Länder, die teils unter der Rezession leiden. In Italien, Spanien und Russland, zwar alles Länder mit einem kleinen Umsatzanteil, verliert das Unternehmen derzeit Geld.

Selbst in guten Zeiten sind die dortigen Geschäfte margenschwach, was auch an der Organisationsstruktur liegt. Für die Kuoni-Führung sind die Verluste ein Grund, über einen Abbau des Geschäfts nachzudenken, wie Rothwell sagte. In Russland hat sich Kuoni bereits von besonders unrentablen Geschäftsfeldern getrennt.

Angesichts des grossen Umsatzanteils, den Europa Kuoni bringt, ist der von den Analysten kritisierte Ausblick nur "realistisch". Europa bleibe für den Reisekonzern zentral, betonte der Konzernchef. Kuoni baut aber auch in Asien aus, wo eine immer reiselustigere und vor allem finanzkräftige Kundschaft heranwächst.

Die übrigen Kennzahlen, die Kuoni vorlegte, gaben weniger zu reden. Der Reinverlust im ersten Halbjahr betrug 49,8 Mio. Franken. Wegen gestiegener Finanzkosten lag er über dem Vorjahres-Minus von 43,5 Mio. Franken.

Die Einnahmen erhöhten sich hingegen deutlich. Die Umsatzerlöse stiegen von 2,08 Mrd. Fr. auf 2,64 Mrd. Franken. Diese Steigerung um knapp 27 Prozent verdankt Kuoni vor allem dem Zukauf des britischen Online-Reisebüros GTA im März des vorigen Jahres. Organisch wuchs der Umsatz um 3,7 Prozent, wobei Währungseffekte in der Rechnungsdarstellung einen Teil davon wieder zunichte machten.

In der Expansionsstrategie konnte Kuoni am Donnerstag zudem von einem Erfolg berichten. Die für Reisevisa zuständige, in 83 Ländern tätige Tochter VFS Global wird künftig auch Visa-Dienstleistungen für Saudi-Arabien abwickeln. Unter anderem dank den islamischen Pilgern nach Mekka und Medina ist dies ein lukratives Geschäft.

(sda)

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