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Kurden erhalten Waffen, die Türkei erlaubt Hilfe

Die USA haben aus der Luft Waffen für die Kurden abgeworfen, die Kobane verteidigen. Auch die Türkei kommt den Kurden entgegen. Nicht aktiv, aber durch die Erlaubnis, Peshmerga-Kämpfer aus dem Irak beizuziehen.

Überraschende Hilfe im Kampf um Kobane: Die Türkei gestattet, dass Peshmerga-Soldaten aus dem Nordirak den Kurden in der belagerten nordsyrischen Stadt zu Hilfe eilen. US-Transportflugzeuge warfen derweil erstmals Waffen für die Verteidiger Kobanes ab. Die Lieferungen stammen nach US-Angaben von kurdischen Stellen im Irak und wurden nur transportiert. Nebst Waffen warfen die Flugzeuge nahe Kobane auch Munition und medizinisches Material ab, wie das US-Zentralkommando in Tampa in der Nacht auf gestern mitteilte.

Schusswaffen und Hilfsgüter

Die syrischen Kurden bestätigten, dass sie die Lieferung erhalten hätten. «Ohne Zweifel wird die Ankunft der Waffen den Verlauf des Kampfes verändern», sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. In den Lieferungen enthalten seien leichte und mittelschwere Waffen, Maschinengewehre, panzerbrechende Waffen, Munition und medizinische Hilfsgüter. US-Aussenminister John Kerry betonte bei einem Indonesien-Besuch, es handle sich nicht um einen Wandel in der US-Politik. Aber: «Es wäre unverantwortlich von uns und moralisch äusserst problematisch, uns von einer Stadt abzuwenden, die gegen den IS kämpft.»

Ankara schliesst Eingriff aus

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte gestern in Ankara an, Peshmerga-Kämpfern aus dem Nordirak die Einreise nach Kobane zu erlauben, damit sie die dortigen Volksschutzeinheiten unterstützen können. Die kurdische Regionalregierung im Nordirak bekräftigte darauf, Kämpfer ihrer Peshmerga-Miliz in die Stadt schicken zu wollen. Cavusoglu schloss zugleich weiterhin jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD aus. Die in Kobane kämpfenden Volksschutzeinheiten (YPG) sind die Miliz der PYD, die eng mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Wochenende gegen internationale Waffenlieferungen ausgesprochen. Die PYD sei aus Sicht der Regierung ebenso eine «Terrororganisation» wie die PKK, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu.

IS als «gemeinsamer Feind»

US-Präsident Barack Obama besprach am Wochenende mit Erdogan am Telefon die Lage in Syrien und besonders in Kobane. Das Weisse Haus teilte mit, beide Präsidenten hätten zugesichert, im Kampf gegen den IS eng zusammenzuarbeiten. Die USA hätten Verständnis für die türkischen Bedenken gegenüber kurdischen Gruppen, mit denen es Konflikte gebe, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Washington. Allerdings seien die USA der Ansicht, dass sie und die Türkei mit dem IS einen gemeinsamen Feind hätten «und dass wir dringend handeln müssen».

US-Luftangriffe fortgesetzt

Die USA setzten zugleich ihre Luftangriffe gestern fort. Dabei wurde in Syrien unter anderem eine herrenlose Ladung Waffen zerstört, um zu verhindern, dass diese in die falschen Hände gerät, wie das Zentralkommando mitteilte. Im Irak griff das Bündnis IS-Stellungen nahe Amiriyat al-Falluja sowie eine Ölraffinerie in Bayji an. Aus dem Irak hiess es, Dutzende IS-Anhänger hätten von ihnen kontrollierte Gebiete rund um die Stadt Tikrit in Richtung der Provinz Ninawa im Norden verlassen. Das berichtete die unabhängige irakische Nachrichtenseite «Al-Sumaria News» unter Berufung auf örtliche Quellen. Die Region um das 160 Kilometer nördlich Bagdads gelegene Tikrit war in den vergangenen Tagen verstärkt von Flugzeugen der internationalen Allianz bombardiert worden.

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