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Kurzaufenthalter – und ihre Probleme

BERN. Fünf Prozent der ausländischen Erwerbstätigen sind Kurzaufenthalter. Laut einer Studie bestehen Lücken in der Information und praktische Probleme, aber kaum Missstände.

Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) hat beim Berner Büro Bass eine Studie über die Personen mit Kurzerwerbsaufenthalt in der Schweiz in Auftrag gegeben. Die Studie hat erstmals untersucht, was diese Menschen hier tun, welche Rolle sie auf dem Arbeitsmarkt spielen, was ihre Motivationen sind und welche Vorteile und Schwierigkeiten ihr Kurzerwerbseinsatz mit sich bringt.

Rund fünf Prozent der ausländischen Erwerbstätigen kommen für einen Kurzerwerbsaufenthalt in die Schweiz, wie die EKM gestern an einer Medienkonferenz gestützt auf die Studie bekannt gab. Dazu gehören Personen mit L-Bewilligung, die in der Hochsaison bis zu 1,7 Prozent aller Beschäftigten darstellen, und die Meldepflichtigen, die 0,8 Prozent des gesamten Arbeitsvolumens leisten.

Erntehelfer, Künstler & Co.

Die Studie zeigt eine Vielfalt von Arbeitsmodellen auf: saisonal beschäftigte Erntehelferinnen, die Kost und Logis erhalten, asiatische Ingenieure, welche hier neue Maschinen kennen lernen, um sie später montieren und warten zu können, Jobrotationsprogramme in grossen Konzernen oder Engagements von Bühnenkünstlern.

Es zeigen sich laut der Studie aber auch vermehrt Phänomene der Pendelmigration, typisch vor allem für den häuslichen Pflegebereich. Dabei kommen beispielsweise polnische Frauen, auch «Engel aus Polen» genannt, für eine oder mehrere Wochen in die Schweiz, arbeiten und leben im Haus der zu betreuenden Person und kehren dann für einige Wochen wieder nach Polen zurück.

Die heutigen Arbeitsmodelle veränderten sich ständig, wie EKM-Präsident Walter Leimgruber sagt. Dar­um sei es wichtig, dass diese Entwicklung aufmerksam verfolgt werde. Für die Alltagsprobleme müssten pragmatische Lösungen gefunden werden, wie beispielsweise bei Miet- oder Mobiltelefonverträgen. Angesichts der Vielfalt und Komplexität der Herausforderungen sei grosse Flexibilität notwendig, um die Bedürfnisse aller zu befriedigen.

Die EKM empfiehlt, dass sich Behörden und Sozialpartner vertieft mit der Pendelmigration befassen und Richtlinien ausarbeiten, die faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten ermöglichen: Dazu gehörten Arbeitsverträge, welche zum Beispiel den Besonderheiten von Anstellungen von Personen in Privathaushalten Rechnung tragen. (sda/red)

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