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Kyburg darf bei Nachbarn anklopfen

Die Kyburger haben eingesehen, dass sie ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen. Einer Eingemeindung haben sie gestern überaus klar zugestimmt.

Die Gemeinde Kyburg darf auf Brautschau gehen. Mit einer überraschend hohen Stimmbeteiligung von 77 Prozent haben sich 185 der Stimmberechtigten gestern dafür ausgesprochen, dass der Gemeinderat den Zusammenschluss mit einer Nachbargemeinde prüfe. Lediglich 29 haben Nein gesagt. «Ein derart deutliches Resultat habe ich nicht erwartet», sagt Thomas Schumacher, Ressortvorstand Werke und Tiefbau sowie Leiter der Kerngruppe, die sich mit der Zukunft der Gemeinde befasst hat. «Unser Ziel war es, möglichst viele Stimmbürger an die Urne zu bringen. Und das haben wir erreicht.» Das Resultat zeige, dass das Vorgehen des Gemeinderates richtig gewesen sei. «Am Kernteam wollen wir deshalb auch nichts ändern», sagt Schumacher. Anfang Dezember werde der Gemeinderat die Weiterführung formell beschliessen. In der Arbeitsgruppe sitzen neben ihm auch Schulpräsidentin Ursula Wettstein, Gemeindeschreiber David Gerig und Gemeindeberater Alfred Gerber. Als Erstes werde das Kernteam nun im neuen Jahr Verhandlungen mit den Nachbargemeinden aufnehmen. Erst dann würden die notwendigen Vorlagen ausgearbeitet, die dem Volk erneut zur Abstimmung vorgelegt würden. Der Gemeinderat habe sich zudem weiter vorgenommen, laufend über den Projektstand zu informieren. Lange war die Exekutive davon überzeugt, die Gemeinde solle eigenständig bleiben. Erst heftige Kritik an einer Informationsveranstaltung im vergangenen Frühling bewog die Behörde zum Umdenken. Sie gleiste die Diskussion um eine Fusion neu auf. Unter anderem, indem sie ein Kernteam bildete und die Bevölkerung ins Projekt einbezog. Zahlen sprechen für sich «Die neusten Zahlen zeigen, dass wir um eine Eingemeindung nicht herumkommen», sagt Schumacher. Etwa vier Jahre hätte Kyburg wohl noch eigenständig bleiben können. «Doch unerwartete Kosten beispielsweise im Gesundheits- und Sozialbereich hätten uns das Genick gebrochen», so Schumacher. Experten rechnen ab 2018 mit einem Steuerfuss von etwa 170 Prozent, wenn sich an der Struktur der Gemeinde nichts ändert. Ab dann fallen nämlich die kantonalen Beiträge aus dem Übergangsausgleich weg. Gemeinden müssen für ihre Ausgaben selbst aufkommen und einen entsprechend hohen Steuerfuss ansetzen. Schon 2008 hatte eine Gruppe um den ehemaligen Feuerwehrkommandanten Andreas Bärtschi die Diskussion um eine Fusion angestossen, indem sie eine In­itia­ti­ve einreichte. Auf Anfrage zeigte sich Bärtschi sehr erfreut: «Ich bin froh, dass das Resultat derart deutlich ausgefallen ist, obwohl ich es nicht erwartet hatte.» Nun müsse der Gemeinderat rasch vorwärtsmachen. Die Abstimmung über einen Fusionsvertrag könnte Ende 2014 stattfinden.

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