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«Lärmschutz endlich ernst nehmen»

Es ist zwar erfreulich, dass wir in unserem Land schon viel für den Umweltschutz getan haben. Doch der Lärmschutz wird weniger ernst genommen als andere Bereiche. Lärmbekämpfung wird stiefmütterlich behandelt. Es scheint die abgewandelte Redewendung zu gelten: «Aus den Ohren – aus dem Sinn.»

Am 28. November wird berichtet, dass in Benken am Frühgeläut um 5 Uhr festgehalten wird. Die Benkemer, uneinsichtig und nicht informiert, sollten sich einmal die gesundheitsschädigende Wirkung von Störungen im Schlaf erklären lassen! Ich selber liebe Kirchenglockengeläut! Glocken sollen ja zum Gebet rufen, das ist ihre tiefe Bedeutung. «Betet, freie Schweizer, betet!» Und wenn Benkemer beten wollen, finde ich das wunderbar. Doch diejenigen, die es schon um 5 Uhr tun wollen, sollen den Wecker stellen und so Rücksicht auf die Schlafenden neh- men, was Christen gut anstehen würde.

Was jedoch über den Flughafen Zürich geschrieben wurde, wiegt noch schwerer: Die gesetzlich festgelegte Lärmbegrenzung wird nicht eingehalten. 12 000 Menschen mehr als zugelassen werden übermässig belärmt. Das sind 25 Prozent der tolerierten 47 000. Und statt griffiger Massnahmen windet sich die Regierung. Ich stelle mir vor, ich würde mit dem Auto statt der erlaubten 80 mit 100 km/h fahren und würde von der Polizei angehalten. Nun bediene ich mich der Worte von Regierungsrat Stocker: «Die Si­tua­tion ist unbefriedigend» und «Es ist damit zu rechnen, dass sich meine Geschwindigkeit auf hohem Niveau – das heisst, so um 100 km/h – einpendeln wird. Erst in fünf Jahren wird sie wieder deutlich sinken.» Werden mir die Polizisten die Busse erlassen? Sicher nicht. Doch in der Politik geschieht nichts. Unsinnig finde ich die Forderung, den schwer verständlichen Fluglärmindex abzuschaffen. Zuerst müsste sich ein anderes Begrenzungssystem bewähren. Doch jetzt müssen Massnahmen her, die die Lärmbelastung real senken. Einschränkung der Flugzahlen, speziell der Nachtflüge, Baustopp in der Flughafenregion und dergleichen muss erwogen werden. Der Lärmschutz muss endlich ernst genommen werden!

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