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Laurien setzt auf Laura

Laurien van der Graaff hofft im Langlauf-Sprint, die guten Leistungen des Jahres mit einem grossen Auftritt zu krönen.

Dario Cologna hat es angedeutet: Der Skiathlon-Sieger vom Sonntag will auch heute im Sprint um eine Medaille kämpfen. Der letzte Aufstieg, der ist das, was ihm gefällt, was ihn so zuversichtlich macht. Zuversichtlich aber ist auch eine Schweizer Sprinterin. Wenn es optimal läuft im wunderbaren Langlauf-Gelände Laura für Laurien van der Graaff, dann gibt es heute dort zwei Medaillen. Das tönt zwar ein bisschen vermessen – aber die 27-Jährige, die in ihrem vierten Altersjahr aus der Nähe von Rotterdam mit ihrer Familie nach Davos gezogen ist, hat eine starke Vorbereitung hinter sich. Seit dem 31. Dezember lief sie in allen Wettkämpfen im Final, erreichte mit Platz 2 in Nove Mesto den zweiten Weltcup-Podestplatz ihrer Karriere. An Laura hat Laurien gute Erinnerungen. «Vor einem Jahr hatte ich hier einen sehr guten Wettkampf.» Allerdings nicht in der Qualifikation, in der sie nur Rang 29 belegte. «Das war ein Fehler in der Skiwahl.» Und für die Spiele ist die Strecke noch einmal abgeändert worden – nicht zu ihren Ungunsten. «Den letzten steilen Aufstieg müssen nur die Männer bewältigen.» Sie starte schnell und sei stark im Finish und wolle versuchen, das Rennen zu bestimmen. «Ich liebäugle mit einer Medaille», sagt sie. «An einem perfekten Tag ist alles möglich. Also, wenn ich den Final verpasse, dann bin ich schon ein bisschen enttäuscht.» Die Strecke ist laut Trainer Tor Arne Hetland um 10 bis 15 Sekunden schneller als letztes Jahr. Er glaubt, dass sein Sprinterteam etwas Spezielles erreichen kann. Ein Vorteil soll sein: «Diese Strecke liegt auf genau gleiche Höhe über Meer wie der Ort, an dem wir unsere meisten Trainings absolvieren. Das ist ein Plus.» Ein anderes: Seine Athleten hätten noch Reserven oder, wie er es ausdrückt: «Noch keiner hat in dieser Saison seinen Jackpot abgeholt.» Obwohl van der Graaff denkt, dass eine Medaille möglich sei, gibt sie sich ziemlich gelassen und ruhig. «Ich bin nicht die Favoritin, das passt mir.» Und ihr passt auch, dass ein Lauf wohl nur etwa zweieinhalb statt der im Weltcup üblichen dreieinhalb Minuten dauern wird. Die einzigen Zweifel: Sie musste trotz der guten Form im letzten Wettkampf vor Olympia einen kleinen Rückschlag hinnehmen: Sie stürzte im Final von Toblach, nachdem sie auch schon in Polen zu Fall gekommen war. «Das habe ich verarbeitet.» Aber es gehöre halt auch zum Sprint, dass es ab und zu etwas eng zu und her gehe. «Aber zurückhalten bringt gar nichts. Ich nehme lieber ein Risiko auf mich, als dass ich mich nachher fragen muss: War­um hast du nicht?» (jch)

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