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Lausanne? Louhivaara!

Nach acht Heimsiegen in Folge unterlagen die ZSC Lions im Hallenstadion dem HC Lausanne 1:2 nach Penaltyschiessen.

Der CSI kommt, die ZSC Lions müssen weichen. Erst am Dienstag in einer Woche ist wieder Eishockeyzeit im Hallenstadion. Dass die Titelverteidiger allerdings bereits einen Tag zu früh weichen mussten, nämlich dem HC Lausanne im 20. Heimspiel, das hätte dann doch (fast) niemand erwartet. 2:0, 2:1 nach Verlängerung, 1:0 – das waren die bisherigen Ergebnisse der Saisonduelle zwischen den zwei Teams vor dem letzten Aufeinandertreffen in der Qualifikation gewesen. Dass wenige Tore fallen würden, war wenig überraschend. Dass der Sieger Lausanne heissen würde, aber schon. «Das war ein grosser Erfolg für uns», jubelte Trainer Heinz Ehlers. Und Topstürmer Ossi Louhivaara sagte das, was viele auch dachten: «Es hätten auch drei Punkte für uns sein können.» Denn die ZSC Lions trafen erst dann, nachdem sie vier Minuten Unterzahl gegen die Lausanner im letzten Drittel schadlos überstanden hatten. Das 1:1 Chris Baltisbergers nach 53:11 war für die Lausanner eher ein Betriebsunfall als für die Zürcher ein Gewinn. Denn die scheiterten mit ihren Möglichkeiten vorher und nachher am Lausanner Schlussmann Cristobal Huet – oder am Pfosten. Die Verlängerung war fast schon wie ein Sieg gegen ein Team, das äusserst clever spielte. «Mit einem Huet in Topform können wir gegen jeden Gegner mit der Gewissheit antreten, dass wir ihn schlagen können», lobte Louhivaara seinen Goalie. «Wenn du deinem Goalie nicht trauen kannst, dann ist es ein Ding der Unmöglichkeit, zu siegen.» Die Lausanner konnten sich auf Huet auch im Penaltyschiessen verlassen. Er hielt den Versuch Roman Wicks und sorgte dafür, dass Robert Nilsson, Ryan Shannon und schliesslich Marc-André Bergeron ihre Pucks neben das Tor setzten. Hytönens Wort Thomas Déruns war der eine der Lausanner Schützen, der Luca Boltshauer keine Chance liess. Der andere hiess ... Louhivaara. Der 31-jährige Flügel ist in seiner ersten Saison in der Westschweiz eine absolute Entdeckung. Er ist im Spiel und in der Garderobe der Leader dieser Mannschaft. Ein Flügel, für den die defensive Arbeit ebenso wichtig ist wie die Tore. 14 Goals schoss er bereits in der Schweiz, dazu kommen 10 Assists. Und all jene Treffer in den Penaltyschiessen, die statistisch nicht erfasst werden. Hinter Louhivaara folgen in der internen Skorerliste mit Harri Pesonen und Juha-Pekka Hytönen zwei weitere Finnen. Hytönen, der Assistenzcaptain, war hauptverantwortlich dafür, dass Louhivaara aus Jyväskylä nach Lausanne wechselte. «Er spielte letzte Saison so gut, und sein Wort gilt in Lausanne etwas. Er erwähnte meinen Namen, Jan Alston kam ein Spiel schauen – und dann war die Sache für mich und Lausanne klar», erklärt der Flügel, der bei «Jyp» 2013 eigentlich einen Sechsjahresvertrag unterschrieben hat. Die KHL sei kein Thema für ihn gewesen, andere Angebote habe er nicht gehabt. Er und Hytönen unternehmen auch ausserhalb des Eisfelds sehr viel miteinander, «der Wechsel nach Lausanne war ein absoluter Gewinn für mich». Zu all der finnischen Freude in der Westschweiz kam die Überraschung, dass da mit Wladimir Jursinow ab und zu ein Berater auftaucht, «der in Finnland eine absolute Legende ist. Mit ihm haben wir jedes Mal sehr grossen Spass», blickt Louhivaara auf die Begegnungen mit dem bald 75-jährigen Russen zurück. Dass Lausanne mit den letzten Ergebnissen praktisch die Playoffs erreicht hat, mag er nicht kommentieren. «Mit Statistik befasse ich mich während der Saison gar nie. Weder mit der Tabelle noch mit meiner persönlichen.» Das könne man dann im Sommer immer noch machen. Wohl nach Playoffs, in denen Louhivaara und Lausanne Gegner geärgert haben wie am Samstag. Roland Jauch

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