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Leben als TV-Serie Verteufeltes Kraut

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Was von der BBC im Jahr 1963 als Lückenfüller zwischen zwei populären Sendungen gedacht war, entwickelte sich zur erfolgreichsten, mit Unterbrüchen bis heute bestehenden Fernsehserie «Dr. Who». Die hürdenreiche Entstehung der Science-Fiction-Reihe und die damit verbundenen menschlichen Dramen schildert der BBC-Spielfilm «Ein Abenteuer in Raum und Zeit». So war es Anfang der 1960er-Jahre zukunftsweisend, eine Frau und einen gebürtigen Inder mit Produktion und Regie zu beauftragen. Der Titel spielt aber auch auf die mentale Odyssee des ersten Interpreten von Dr. Who an. Für den frühzeitig gealterten William Hartnell (den David Bradley alias Hogwarts Hausmeister Argus Filch gibt) war es die Rolle seines Lebens. Entsprechend identifizierte er sich mit ihr, litt unter allen Veränderungen bei der Produktion und meinte zu versagen, als er wegen Arteriosklerose abtreten musste. Wie seine Geschichte mit der der Serie verknüpft und diese Verbindung zuletzt wieder gelöst wird, das variiert raffiniert das alte Thema vom Leben als Schauspiel. Mehr als nur eine Pointe ist dabei der visionäre Kurzauftritt des elften Dr.-Who-Darstellers. tdv

Der englische Titel der BBC-Reportage von 2009 trifft das Thema besser: «Cannabis: The Evil Weed?» Es geht also darum, ob Hanf zu Recht verteufelt wird und tatsächlich eine Einstiegsdroge sowie schuld an Psychosen und Schizophrenie ist. Zuerst skizziert der Suchtexperte John Marsden Herkunft und Verbreitung der Pflanze, die chinesische Heiler schon vor 4700 Jahren kannten. Ein Biologe erklärt anschliessend, woher unser Hirn die Rezeptoren für den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) hat. Auf das Kurzporträt eines schizophrenen Ex-Cannabissüchtigen folgen Laborbesuche. Tests an Mäusen, Ratten und Menschen ergeben ein insgesamt differenziertes Bild: Cannabisabhängigkeit verleitet nicht dazu, härtere Drogen zu nehmen. Doch vor und während der Pubertät hat der Konsum dramatische Wirkungen aufs Gehirn, danach nicht mehr. Massiver Konsum erhöht das Risiko psychischer Erkrankungen von 1 auf 2 bis 6 Prozent. Leider werden viele der präsentierten Informationen schlecht aufbereitet, nicht diskutiert und lassen sich nur dank Pausen- und Replaytaste nachvollziehen. Und die Schlusspredigt, die viele Probleme ausblendet, wirkt nach all den nüchternen Fakten deplatziert. tdv

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