Zum Hauptinhalt springen

Lehrer installierte Videokamera in Mädchengarderobe

Ein Seklehrer hat in Uster seine Schülerinnen beim Umziehen heimlich gefilmt. Sie und ihre Eltern müssen entscheiden, ob sie Anzeige erstatten.

Ein Lehrer der Schuleinheit Freiestrasse filmte in Uster wiederholt seine Schülerinnen in der Umkleidekabine. Zu diesem Zweck hatte er ein getarntes Aufnahmegerät in der Mädchengarderobe installiert. Dies trug sich vor circa eineinhalb Jahren zu. Betroffen sind zehn Schülerinnen aus zwei Klassen. Der Lehrer unterrichtet seit November 2011 nicht mehr in Uster. Der Abgang des Junglehrers hat nichts mit den Filmen zu tun, sondern erfolgte aus disziplinarischen Gründen.

Letzte Woche informierte die Sekundarschulpflege die Eltern der gefilmten Schülerinnen per Brief über das Vorgefallene. Die Schülerinnen selber wurden am Donnerstag vom Schulleiter in Anwesenheit einer Schulsozialarbeiterin über die Existenz der Filme ins Bild gesetzt. Sie hätten die Nachricht gefasst aufgenommen, sagte Thomas Pedrazzoli, Präsident der Sekundarstufe Uster, auf Anfrage. Er selber hat bisher keinen der Filme gesehen, weiss aber, dass es sich «nicht um extrem kompromittierendes Material» handelt.

Seit Anfang Oktober im Bild

Die Staatsanwaltschaft und das Volksschulamt informierten die Schulpflege Uster Anfang Oktober über den Fall. Die Gefahr, dass der Lehrer weitere Filme drehen würde, bestand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Deshalb entschloss sich die Schulpflege, das weitere Vorgehen sorgfältig zu planen. Am Wochenende fand der Brief an die Eltern den Weg in die Medien und wurde unter anderem von «20 Minuten online» verbreitet.

Die Polizei wird den Eltern die Filme vorführen. Anschliessend müssen sie entscheiden, ob sie gegen den Lehrer einen Strafantrag einreichen wollen. Denn das vermutete Delikt kann nur auf Antrag verfolgt werden. Die Befragung beginnt laut Pedrazzoli am 3. Dezember. (gl/sa)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch