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Leite patzt, Zuffi flankt, Freuler sieht Rot

Der FCB geht nach dem 3:2 in Thun genauso verlustpunktlos wie der FCZ am kommenden Samstag ins Spitzenspiel der Super League.

Wirklich überzeugend war nicht, was der FCB im dritten Match unter Paulo Sousa bot. Er büsste in der zweiten Halbzeit gar einen 2:0-Vorsprung ein, weil er diese Reserve nur noch verwalten wollte und nach vorne so gut wie nichts mehr unternahm. Das änderte sich auch nicht mit der Einwechslung des Japaners Yoichiro Kakitani. Als der kam, stands noch 2:1 – ein paar Minuten später glich Berat Sadik mit feiner technischer Geste aus. Damit schienen die Thuner, was sie mit ihrer Steigerung auch verdient hatten, korrigiert zu haben, was ihnen zumindest teilweise ihr Torhüter Christian Leite eingebrockt hatte. Leite, der eigentlich als Nummer 2 vom FCW ins Berner Oberland gekommen war, nun aber wegen einer Hirnerschütterung Guillaume Faivres seit Wochen spielt, leistete sich nach knapp 20 Minuten eine Slapstickszene: Beim Versuch, den Querpass eines Teamkollegen aus dem Strafraum zu schlagen, hieb er neben den Ball. Der rollte auf den Fuss Marco Strellers, der eher zufällig in der Gegend stand – und das leere Tor natürlich nicht verfehlte. Als dieser Patzer später wenigstens halbwegs vergessen war, trat einer auf den Plan, der einst mit Leite beim FCW spielte und mit manch anderem in den vergangenen zwei Jahren für den FC Thun. Luca Zuffi, eine der vielen Basler Neuerwerbungen, hob in der 88. Minute einen Freistossball in den Strafraum der Thuner. Dort stand Spezialist Fabian Schär und lenkte den Ball ins Tor. «Hart, sehr hart» sei das, noch so zu verlieren. So brachte der Captain Dennis Hediger die Gefühle der Thuner auf den Punkt. Im vergangenen Frühjahr hatten sie gegen den Meister ja auch schon relativ früh 0:2 zurückgelegen, war dieser danach sehr passiv geworden. Auch damals hatten die Thuner dies zum Ausgleich genutzt – damals aber so spät, dass dem FCB keine Zeit mehr zur Reaktion blieb. Überdies war es ein Eigentor Arlind Ajetis. Dass den Baslern diesmal ein paar wenige Minuten reichten, den Ausgleich zu korrigieren, zeigt natürlich auch ihre Klasse – spielerisch wie mental. Allerdings war ihre Vorstellung insgesamt nicht überzeugend. Ihr neuer Trainer Paulo Sousa ist auch weiterhin auf der Suche nach der Idealformation. Die kann er ja auch noch nicht gefunden haben, solange es noch immer welche gibt wie den argentinischen Abwehr-Haudegen Walter Samuel, die noch nie spielten. Waren es in Thun Leite und Zuffi, die als ehemalige FCW-Spieler eine Rolle spielten, so waren es bei St. Gallen – Luzern Marco Aratore, Ermir Lenjani und Remo Freuler. Die Luzerner gingen schon nach neun Minuten durch Mittelfeldspieler Freuler in Führung. Diese verteidigten sie dann, obwohl die Ostschweizer in der zweiten Halbzeit allmählich stärker wurden. Aber dann, eine Viertelstunde vor Schluss, wurde Freuler ein zweites Mal verwarnt und vom Platz gestellt – für ein Foul an Aratore, der ein paar Minuten zuvor eingewechselt worden war. Bis im vergangenen Februar spielten die beiden noch im Mittelfeld des FCW, dann wechselte Freuler nach Luzern. Aratore ging seinen Weg nach St. Gallen erst Ende Saison. Nun foulte Freuler den an ihm vorbeiziehenden Aratore. In Unterzahl kassierten die Luzerner dann noch die Tore, die dem FCSG das 2:1 und den ersten Sieg eintrugen. Beide Male sah Torhüter David Zibung sehr schlecht aus, Marco Mathys und Dzengis Cavusevic profitierten; ihnen hatte jeweils Ermir Lenjani den Ball zugespielt. Auch er Alt-Winterthurer … red.

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