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Letzter Schritt zum Etappensieg

winterthur. Mit einem Sieg heute in der Eulachhalle gegen GC Amicitia Zürich würden Pfadis NLA-Handballer die Hauptrunde auf dem 1. Platz abschliessen – was seit 2002 nie mehr gelungen ist.

Eine Meisterschaft wäre noch lange nicht gewonnen, aber immerhin eine Etappe: Pfadi winkt die Chance, die Hauptrunde sowie sein 75. Jubiläumsjahr als Nummer 1 der Handballschweiz zu beenden. Diese Saison haben die Winterthurer die Nationalliga A nach 13 der bisher 17 Runden angeführt, viermal standen die Kadetten zuoberst. Nur die Schaffhauser könnten sie noch von der Spitze verdrängen – falls diese in Stäfa gewinnen und Pfadi gegen GC Amicitia verliert oder unentschieden spielt. «Wir haben nicht vor, im alten Jahr noch Punkte abzugeben», stellt Trainer Adrian Brüngger fest.

Zürcher Trio und Scheuner

«Der 1. Platz nach der Hauptrunde wäre schön», sagt Pfadis Rückraumschütze Luka Maros, «und neu für mich.» Damit ist der 19-jährige Nachwuchsinternationale nicht der Einzige; denn nur vier Spieler des aktuellen Pfadi-Teams haben einen solchen Etappensieg schon erlebt. Marcel Hess, Michal Svajlen und Stefan Freivogel gewannen mit Amicitia Zürich 2009 die Hauptrunde – später auch die Meisterschaft. Eine Winterthurer Mannschaft auf Platz 1 des ersten Saisonteils liegt weit zurück: In ihren letzten Meisterjahren 2003 und 2004 beendeten die Pfader die Hauptrunde auf den Rängen 2 und 3 – ehe sie in den Playoffs die Titel eroberten. Auf Platz 1 nach der Hauptrunde lagen sie letztmals 2002 in der ersten Meistersaison jener Titeltrilogie, nachdem sie in der letzten Runde dank eines 41:36-Heimsiegs St. Otmar St. Gallen entthront hatten. Einer, der noch heute für Pfadi spielt, gehörte bereits zum Kader: Rechtsaussen Oliver Scheuner, im zarten Alter von 17 Jahren …

In der laufenden Meisterschaft haben die Winterthurer alle Heimspiele gewonnen. Nur einmal leisteten sie sich einen wirklich missglückten Auftritt: bei der 28:31-Niederlage in Zürich gegen GC Amicitia. Vor allem die erste Halbzeit missriet mit dem 11:17 völlig. «Wir haben», sagt deshalb Brüngger, «eine Kleinigkeit zu korrigieren.»

Für Pfadi gehts um Platz 1, für die Zürcher um die Finalrunde. Derzeit sind sie noch Sechste, aber nur einen Punkt vor St. Otmar, das heute Meister Wacker Thun empfängt. GC Amicitia, vom früheren Schweizer Erfolgsnationaltrainer Arno Ehret geführt, verschaffte sich den Ruf, unberechenbar zu sein: Zuletzt setzte es die Niederlage in Stäfa ab, eine Runde vorher hatte man dem Spitzenklub Kriens-Luzern auswärts einen Punkt abgerungen.

«Nicht viele Vergleichbare»

Pfadis Hess, Svajlen, Freivogel und Maros treten gegen ihren ehemaligen Klub an. «Ich freue mich darauf, das gibt ein spezielles Spiel», sagt Luka Maros. Bei Amicitia begann der Volketswiler mit Handball, Mitte Januar 2013 unterschrieb er bei Pfadi bis Sommer 2015. «GC Amicitia wusste früh, dass andere Klubs im Gespräch sind», erinnert sich Maros, «hat aber nicht reagiert. Zu jenem Zeitpunkt, als wir entschieden haben zu gehen, waren noch viele Fragen offen, beispielsweise wer Trainer sein würde.» Auch andere junge Rückraumspieler zogen weg: Freivogel (23) ebenfalls nach Winterthur, Bruder Filip Maros (22) nach Stäfa und Luca Spengler (21) nach Kriens. GC Amicitia fand im Ausland Ersatz. Bereut hat Maros, der letzte Saison an den Handball Awards zum «Newcomer» des Jahres ausgezeichnet wurde, den Wechsel nicht: «Ein Schritt nach vorne» sei es gewesen, sagt der Schweizer U21-Internationale mit kroatischen Wurzeln, der im Sommer in Zürich das Sport-KV an der United School of Sports abschliessen wird. «Ich fühle mich wohl bei Pfadi.»

Bisher kam er meistens anstelle von Michal Svajlen im linken Rückraum aufs Feld. Mit dieser Rolle sei er zufrieden, sagt Maros, «obwohl man natürlich immer mehr will». Seine Stärke liegt in der Offensive. Sein Stil, Tore zu erzielen, erstaunt – zumal als 19-Jähriger – immer wieder. «Ich habe viel geübt. Und vielleicht habe ich es ja auch im Blut», meint Maros (wobei er und Filip die ersten Handballer der Familie sind). «Was die Wurfvarianten angeht, gibt es in der Schweiz nicht viele vergleichbare Spieler», erhält er Lob von Brüngger, der ergänzt: «In der Abwehr braucht er noch ein paar Trainingseinheiten mehr.»

Maros denkt, dass auch seine Defensivarbeit «auf gutem Weg» ist. So, wie sich Pfadis Defensive im Verlauf der Saison generell verbessert hat. «Er hat sich allgemein gut entwickelt», sagt Brüngger. Und am Limit seines Potenzials ist Maros noch lange nicht.

Während fünf Teamkollegen mit der Nationalmannschaft am Yellow-Cup und in der WM-Qualifikation antreten, steht er erst im Februar, zur Finalrunde, wieder im Einsatz. «Ich bin eigentlich froh über eine Pause», meint er, zumal er in den letzten drei Sommern stets eine EM oder WM mit dem Nachwuchs bestritten habe. Von der Matchpause ist Maros allerdings noch zwei Spiele entfernt: heute gegen GC Amicitia und am Samstag im Cup-Achtelfinal beim TV Möhlin. «Wir werden alles geben», sagt er, «dass es weiter rund läuft.»

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