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Libysche Kampfflugzeuge greifen Islamisten an

Der Kampf abtrünniger Soldaten gegen islamistische Milizen in Libyen eskaliert. Nach Angaben lokaler Medien griffen Kampfflugzeuge am Mittwoch Stützpunkte extremistischer Gruppierungen in der östlichen Stadt Bengasi an. Über Todesopfer wurde zunächst nichts bekannt.

Der Luftschlag soll Stützpunkten der Ansar al-Scharia sowie der Brigade "17. Februar" im östlichen Bengasi gegolten haben. Hinter der Attacken steckt laut Medienberichten der abtrünnige libysche Generalmajor Chalifa Haftar.

Vor knapp zwei Wochen startete er in dem nordafrikanischen Land eine eigenmächtigen Militäroffensive gegen radikal-islamische Brigaden. Schon damals griffen seine Soldaten Milizen in Bengasi an. Eine mit ihm verbündete Brigade stürmte zudem das Parlament in Tripolis.

Reisewarnung der USA

Die USA riefen am Dienstag alle Amerikaner auf, Libyen sofort zu verlassen. Die Sicherheitslage sei "unvorhersehbar und instabil", begründete das Aussenministerium seine Reisewarnung.

Die US-Botschaft in Tripolis habe ihr Personal reduziert und könne Amerikanern im Notfall nur sehr beschränkt helfen, hiess es weiter. Zugleich kündigte ein Militärvertreter an, dass eine Krisen-Eingreiftruppe der USA im Mittelmeer um etwa 1000 Marineinfanteristen verstärkt werde.

Welle der Gewalt

Allein an dem Wochenende kamen bei den Gefechten mindestens 75 Menschen ums Leben. Haftar hat auch Angehörige der libyschen Luftwaffe hinter sich. Laut der Zeitung "Al-Wasat" ist der aktuelle Angriff ein Teil seiner "Operation Würde".

Angehörige der islamistischen Ansar-al-Scharia-Miliz hatten am Morgen das Direktorat der Sicherheitskräfte in Bengasi umstellt. Dem Nachrichtenportal "Al-Wasat" zufolge waren zuvor drei Angehörige der Miliz an einer Strassensperre festgenommen worden, nachdem man zahlreiche Waffen und Munition in ihrem Auto gefunden hatte.

Laut einem Bericht der Zeitung "Libya Herald" wurde am Dienstag in einer Moschee in der östlichen Stadt Derna der Kopf eines vermissten Studenten entdeckt. Der junge Mann hatte sich den Angaben zufolge kurz vor seinem Verschwinden mit Angehörigen einer Miliz namens Islamische Armee angelegt.

Sicherheitsapparat funktioniert nicht

Seit dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 sorgen bewaffnete Gruppen und Milizen immer wieder für Unruhen. Die Regierung in Tripolis hat es nicht geschafft, die ehemaligen Revolutionsbrigaden zu entwaffnen und einen funktionsfähigen Sicherheitsapparat aufzubauen.

Haftar hat unter Gaddafi dem libyschen Militär angehört, ging dann aber in die Opposition und später ins US-Exil, wo er 20 Jahre lebte.

(sda)

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