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Liebe der Verleger zur Zeitung neu entflammt

Nach einer Zeit der Ratlosigkeit entdecken die Schweizer Verleger ihre Liebe zur Zeitung neu. Die digitale Welt hat die Nutzer- und Werbemärkte laut Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument zwar kräftig schrumpfen lassen. Doch die Zeitung habe eine Zukunft.

Es sei nicht das erste Mal, dass ein neues Medium die Zeitungsmärkte durchgeschüttelt habe. "Die Zeitungen haben sich auch damals einen neuen Platz erkämpfen und die Zusammenarbeit mit den Eindringlingen suchen müssen", sagte Lebrument am Freitag am Schweizer Medienkongress 2014 in Interlaken.

Die jüngsten Zahlen zur Leserschaft der Zeitungen seien zwar sehr unbefriedigend. Allerdings zeigten sie nur die halbe Wahrheit. Jene, die Zeitungen online auf Smartphones oder Tablets läsen, seien darin nicht berücksichtigt. Dringend notwendig sei daher der Einbezug dieser Reichweiten, wie die Werbemittelforschung sie nun in einem Pilotversuch angekündigt habe.

Erhalt der Westschweizer Zeitungen

Bundesrat Alain Berset appellierte in seiner Rede vor den versammelten Verlegern an die Verantwortung grosser Verlage wie Tamedia und Ringier. Die französischsprachige Schweiz brauche weiterhin regionale und überregionale Zeitungen.

Die Westschweiz sei auch künftig auf publizistisch starke, eigenständige Zeitungen mit attraktiven Arbeitsbedingungen angewiesen. Er stimme nicht in den Chor jener ein, die den Medien verwerfen, sich nur am Mainstream zu orientieren. Er vertraue auf die Innovationskraft der Medienhäuser.

"Und ich bin mir sicher, dass es immer hochwertigen Journalismus geben wird", sagte Berset. An der Nachfrage werde es jedenfalls nicht scheitern. Denn kaum je zuvor sei eine gesamtgesellschaftliche Debatte wichtiger gewesen als heute. Und diese Debatte könnten nur gute Zeitungen leisten - ob Online oder im Print.

Mehrsprachigkeit für Schweiz wichtig

Um sich gegenseitig zu verstehen, sei die Mehrsprachigkeit von zentraler Bedeutung. "Die Globalisierung - und mit ihr die Dominanz der Weltsprache Englisch - stellt eine Herausforderung dar für unseren nationalen Zusammenhalt. Unsere Landessprachen sind mehr als ein Kommunikationsmittel. Sie sind das Eintrittsbillett zu einer ganzen Kultur."

Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument kam nochmals auf das bereits am Vortag thematisierte Verhältnis zur SRG zu sprechen. Die Kooperation bei Videos sei die eine Seite. Das Verbot für Online-Werbung der SRG dürfe jedoch auf keinen Fall aufgehoben oder durch neue technologische Entwicklungen umgangen werden.

Hier herrsche bei den Verlegern nach wie vor Misstrauen. Dieses Misstrauen könne nur dann beseitigt werden, wenn klare Aussagen von Politik, SRG und Privaten verbindlich gemacht würden. Das sei bis heute nicht der Fall.

(sda)

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