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Liebe Grüsse aus Elsau

Wer schon einmal eine Postkarte von seinem Wohnort kaufen wollte, hat gemerkt: Die Auswahl ist beschränkt. Von Ausnahmen und Evergreens.

Heutzutage schreibt der Mensch SMS und E-Mails, aber keine Postkarten mehr. Das sagt man sich offenbar in vielen Gemeinden. Oder wie es Kurt Nafz­ger, Gemeindeschreiber von Neftenbach, formuliert: «Im Zeitalter des Internets ist die Nachfrage nach Postkarten gleich null.» Dennoch ist auf seiner Verwaltung noch «eine etwas antiquierte Ansichtskarte» aus dem Jahr 1997 erhältlich. Sie zeigt Neftenbach in einer Luftaufnahme. Die Gemeindebilder aus der Vogelperspektive sind wenig originell und wegen der regen Bautätigkeit bald veraltet. Auch in Brütten erhält man die Luftaufnahme für nur 80 Rappen am Gemeindeschalter, in einer Version von 1999 gar gratis. Wie Gemeindepräsident Martin Graf sagt, sei es «kein Kerngeschäft der Gemeinde, Ansichtskarten von Brütten herzustellen». Sie sind mehr ein Nebenprodukt der Luftaufnahmen vom Dorf, die etwa alle fünf Jahre gemacht werden, «für die Archivierung und um Veränderungen festzuhalten». Nächstes Jahr sind neue geplant. Nicht gerade als Kernaufgabe, aber doch als wichtig erachtet man in Flaach, eine eigene Postkarte zu haben, laut Schreiber Ueli Wäfler in erster Linie für Gratulationen zu hohen Geburtstagen. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, wird sie für 1.50 Franken im Gemeindehaus und im Volg auch verkauft. Der in Flaach wohnhafte Fotograf Roland Koch gestaltete die aktuelle Version. «Wenn man typisch, aber nicht altbacken sein will, bleiben halt Wein und Spargeln als Symbole», sagt Koch. Typische Postkartenbilder interessieren ihn nicht. Deshalb ist auch der Himmel über dem Gemeindehaus wolkenverhangen statt postkartenblau. Eine überdurchschnittlich grosse Vielfalt an Postkarten gibt es im Weinland. «Karten aus Andelfingen verkaufen sich nicht schlecht», sagt Sylvia Blaser, Inhaberin der Papeterie Fischli. Ausflügler fragten oft gezielt nach Postkarten aus Andelfingen, von Riegelhäusern, Schloss oder Kirche. Unverbesserliche Nostalgiker, die trotz Internet ab und zu noch eine Postkarte schreiben, werden also auch in der Region fündig.

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