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Lindsey Vonn egalisiert die Rekordmarke

Lindsey Vonn hat sich in der zweiten Abfahrt ­ in Cortina mit ihrem 62. Weltcupsieg auf die gleiche Stufe gehievt wie die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll.

Lindsey Vonn ist ein grosser Fan von Roger Fede­rer. In der Tennis-Sprache könnte man sagen, dass die 30-jährige Amerikanerin ihren dritten Matchball verwertet hat. Seit sie vor knapp einem Monat in Val d’Isère ihren 61. Weltcupsieg gefeiert hatte, stellte sich die Frage, wann sie denn den ­Rekord von Österreichs Sportlerin des letzten Jahrhunderts ­erreiche. Die ersten zwei Gelegenheiten liess Vonn ungenutzt verstreichen. Und mit den Absagen in Bad Kleinkirchheim wurden ihr zwei weitere Chancen geraubt.

Nun ist Vonn genau 35 Jahre und zwei Tage nach dem letzten Weltcupsieg von Annemarie Moser-­Pröll bei der magischen Marke angelangt. Es sei für sie anstren­gend gewesen, sich in den Medien immer mit dem Rekord beschäftigen zu müssen. «Zum Glück hört jetzt das Gerede auf.» Wie die Österreicherin benötigte Vonn zehn Jahre, um auf die aktuelle Marke zu kommen. Freilich erreichte Moser-Pröll den Rekord mit einer Disziplin weniger und damit auch in weniger Rennen, gab es doch zu ihren Zeiten noch keinen Super-G. In der Abfahrt kann Vonn die Salzburgerin (36 Siege) frühestens in der nächsten Saison egalisieren. Es fehlen ihr zwar nur noch vier Siege, doch heuer finden – abgesehen von der WM – nur noch drei Rennen statt.

«Good Job»

War­um ihr überhaupt soviel am Rekord liege, hatte Moser-Pröll Vonn kürzlich gefragt. Worauf diese geantwortet hatte: «Weil man deine und Stenmarks Bestmarken für unerreichbar hielt.» Zu den 86 Weltcupsiegen des Schweden Ingemar Stenmark fehlen Vonn zwar noch 24 Erfolge, wenn man aber bedenkt, dass sie bis mindestens zu den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang weitermachen will, ist es nicht völlig auszuschliessen, dass sie einst auch diese Schallmauer durchbrechen wird.

Vonn sagte zur gestrigen ­Abfahrt, dass sie am Start eine ­gewisse Nervosität verspürt habe. Sie habe zunächst ein paar Kurven gebraucht, um sich an die durch den Neuschnee viel weicher gewordene Unterlage zu gewöhnen. Bei der ersten Zwischenzeit lag sie noch 45 Hundertstel hinter der Österreicherin Elisabeth Görgl, die mit rund drei Zehnteln Rückstand am Ende Zweite wurde. Für Vonn war es bereits der achte Sieg in Cortina.

Über das Happy End konnte Vonn mit ihren engsten Familienmitgliedern jubeln. In Cortina zuge­gen waren ihr Vater, ihre gehbehinderte Mutter sowie deren jeweilige Partner. Abwesend war ihr Freund Tiger Woods. Der Topgolfer soll sich das Rennen in Florida in den frühen Morgenstunden im TV angeschaut haben. Seinem Darling soll er anschliessend übermittelt haben: «Good Job.»

Auf die Frage, wo sie diesen Rekord einordne, antwortete Vonn: «Für mich kommt er an zweiter Stelle. Mein Abfahrts-Olympiagold von 2010 ist vielleicht noch etwas spezieller. Weil mir Olympia bis jetzt nicht immer Glück gebracht hat und weil man an solch einem Grossanlass unter grösstem Druck fähig sein muss, am Tag X das Beste abzurufen. Aber auf den Siegrekord kann ich sicher auch sehr stolz sein. Ein Rekord ist etwas für die Nachwelt.» Sie könne mit einem «Big smile» an die Heim-WM in Vail reisen, meinte Vonn. Davor stehen aber noch drei Speed-Rennen an. Heute wird in Cortina ein Super-G durchgeführt, nachdem die zweite Abfahrt vom Samstag auf den Sonntag verschoben werden musste, und am Wochenende gastiert der Tross für eine Abfahrt und einen Super-G in St. Moritz.

Gisin beste Schweizerin

Die Schweizerinnen gehörten auch in der zweiten Abfahrt von Cortina zu den Nebendarstellerinnen. Olympiasiegerin Domi­nique Gisin (6.) und Lara Gut (8.) konnten sich immerhin in den Top 10 einreihen. Gisin berichtete von einer Fahrt, die nicht fehlerfrei gewesen sei. Aber sie war glücklich darüber, dass sie ge­gen­über dem Freitag 12 Positionen gewinnen konnte und dass sie sich wieder angriffslustiger zeigte. Auch Lara Gut sah grosse Fortschritte: «Normalerweise verliere ich in Cortina im oberen Teil mehr Zeit. Bei so weicher Piste ist es mir auch schon wesentlich schlechter gelaufen.» Fabi­enne Suter landete auf Platz 13. si/red

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