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Lokale Firmen sehen wegen des Euroabsturzes die Zukunft düsterer

Seit die Nationalbank den Euro fallen liess, blicken die Betriebe aus Stadt und Region weniger optimistisch nach vorne. Für 60 Prozent ist das Glas aber weiterhin halb voll.

Die Aufhebung des Euromindestkurses trifft die lokale Wirtschaft hart – so lautet zumindest die Prognose der Firmen. Nach dem umstrittenen Entscheid der Nationalbank, die Stützung des Euro aufzugeben, hat die Winterthurer Standortförderung eine gerade abgeschlossene Umfrage teilweise wiederholt. Das Ergebnis: Der Ausblick hat sich markant verschlechtert. Vor dem Entscheid erwarteten noch 87 Prozent der Firmen einen «eher positiven», «positiven» oder «sehr positiven» Geschäftsverlauf im nächsten Halbjahr – danach sind es noch 60 Prozent. Umgekehrt stieg der Anteil derer, die mit einem «eher negativen», «negativen» oder «sehr negativen» Geschäftsverlauf rechnen, von 13 auf 39 Prozent an.

Verlierer und Gewinner der Euroschwäche

Mit der Aufwertung des Frankens dürfte der Preisdruck wieder zu einem der grössten Probleme der Wirtschaft werden, kommentiert die Standortförderung in einer Mitteilung. Geschäftsführer Michael Domeisen will allerdings den Teufel nicht an die Wand malen.Die Euroschwäche betrifft die Betriebe in Stadt und Region auf vielfältige Weise. Im Export tätige Firmen wie die meisten Industriebetriebe haben einen grossen Nachteil, weil sich ihre Produkte im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz verteuert haben. Zu den Profiteuren zählen Importfirmen, darunter die Detailhändler: Sie kaufen billiger ein und können ihre Margen vergrössern. Allerdings haben einige mit dem wachsenden Einkaufstourismus zu kämpfen, was sie dazu zwingt, Preisnachlässe zu gewähren.

Geschäftsklima auf tiefstem Wert seit vielen Jahren

Der Standortförderung sind Firmen aus vielen Bereichen angeschlossen. Die Ergebnisse enthalten allerdings keine Aussagen zu einzelnen Branchen. Man führe die Befragung anonym durch, um nicht von der Teilnahme abzuschrecken, heisst es zur Begründung. Schon so ist der Rücklauf beschränkt: Von 800 kontaktierten Firmen haben sich 220 beteiligt, also ein gutes Viertel.Der abnehmende Optimismus schlägt sich auch im sogenannten Geschäftsklimaindex nieder. Im Vergleich zur Erhebung im zweiten Halbjahr 2014 nahm dieser von 4,25 auf 4,42 zu – nach dem Sturz des Euro sackte er auf 3,74 ab, den tiefsten Wert seit vielen Jahren. Der Index erhebt das Geschäftsklima auf einer Skala von 1 (sehr negativ) bis 6 (sehr positiv).

Die Hälfte der Firmen war «zufrieden»

Die restlichen Angaben der Firmen wurden nach der Aufgabe des Mindestkurses nicht erneut abgefragt. Ihre Aussagekraft ist darum beschränkt. Was den erwarteten Umsatz im Jahr 2015 betrifft, ging mit 57 Prozent etwas über die Hälfte der Betriebe von einem Wachstum aus. Ein Viertel gab an, neue Mitarbeiter einstellen zu wollen, während zwei Drittel von einer stabilen Belegschaft und nur sechs Prozent von einem Abbau ausgingen. Diese Zahlen dürften sich zuungunsten des Personals verschoben haben.Mit den Rahmenbedingungen waren die meisten Firmen, nämlich ziemlich genau die Hälfte, «zufrieden». Zusammen mit den «sehr» und den «eher zufriedenen» ergibt sich eine Quote von 84 Prozent. Nur 15 Prozent waren «unzufrieden», «eher unzufrieden» oder «gar nicht zufrieden». Ob dies nun geändert hat, ist offen. Die Standortbedingungen für die Exportbetriebe haben sich wegen des schwachen Euro markant verschlechtert, allerdings hat die lokale Politik darauf keinen Einfluss.

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