Zum Hauptinhalt springen

Lüschers Pässe und Luzerner Penaltys

Luzern. Sven Lüscher bereitete zweimal eine Aarauer Führung vor, am Ende aber siegte der FC Luzern dank zwei Elfmetern 3:2.

Carlos Bernegger (45) war einst Spieler und Trainer beim FCW, der Winterthurer René Weiler (40) war es ohnehin. Wenn sie sich heutzutage treffen, tun sie es als Trainer in der Super League – wie am Samstag, als Berneggers FC Luzern aus der oberen Weilers FC Aarau aus der unteren Tabellenhälfte empfing.

Die Teams lieferten sich einen zwar manchmal fehlerreichen, aber doch sehr intensiven und spannenden Match. An dessen Ende fand Bernegger gar das Wort «fantastisch» für die Art, wie sein FCL zweimal einen Rückstand wettgemacht und schliesslich gar noch gewonnen hatte, obwohl er Ungemach wie die verletzungsbedingten Ausfälle des Aufbauers Jérôme Thiesson und des Rechtsverteidigers Sally Sarr hinnehmen musste. Sarrs Abgang war ja besonders spektakulär gewesen: Zuerst lancierte er einen Aarauer Konter mit einem Ballverlust; dann ging er beim Versuch, diesen Patzer zu korrigieren, verletzt zu Boden. Von dort sah er dann das 1:2.

Zu jenem Zeitpunkt, nach knapp einer Stunde, war Weiler mit dem Lauf der Dinge noch sehr zufrieden. Eine gute halbe Stunde später aber konnte er seinen Ärger nicht verbergen über ein 2:3, das er vor allem Jung-Schiedsrichter Sandro Schärer anlastete. Der hatte zehn Minuten vor Schluss einen berechtigten Handspenalty gepfiffen, den Luzern zum 2:2 nutzte. Völlig daneben fand Weiler allerdings (und das war begreiflich), dass Schärer in der 90. Minute nach einem Zweikampf seines neuen Spielers Stephan Andrist mit dem Luzerner Jahmir Hyka wieder Penalty gab. Was er von Hykas Sturz hielt, umschrieb Weiler so: «Der hätte schon vorher vom Platz gehört – ich habe gleich mehrere Schwalben gesehen.» Für Bernegger dagegen wars ein Elfmeter, Andrist sei doch «unkon­trol­liert in den Zweikampf gegangen.»

Es war das zwiespältige Ende eines Spiels, für das ein 2:2 korrekter Ausgang gewesen wäre. So aber holte der FCL nach zwei Niederlagen gleich drei Punkte und verlor der FC Aarau erstmals in diesem Jahr. Was es aber auch zu sehen gab: die ehemaligen FCW-Spieler Sven Lüscher und Luca Radice bei Aarau, Yassin Mikari beim FCL – alle in guten Rollen.

Je zwei Assists

Für Radice, erst im Januar transferiert, wars der dritte Match in der Super League – wieder links im Mittelfeld und wieder mit einer ordentlichen Leistung, bis er in der 78. Minute ausgewechselt wurde. Sekunden vorher war er erstmals verwarnt worden. Eigentlich hätte er auch sein erstes Tor schiessen müssen, als er nach 37 Minuten alleine vor Goalie David Zibung zu stehen kam. Aber der Linksfuss musste mit rechts schiessen und traf das Tor nicht. Dennoch ist Weiler mit seinem Neuen «zufrieden». Der hat zweifelsfrei Super-League-Niveau, «auch wenn er taktisch noch hinzulernen muss», wie der Trainer denkt.

Lüscher, ein Jahr früher von der «Schützi» aufs Brügglifeld gezogen, ist mittlerweile eine der grösseren Figuren in Aaraus Team, selbstsicher, ballsicher und auch in dieser Liga mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten im Umschaltspiel – und mit seinen Standardsi­tua­tio­nen. «Umgeschaltet» hat er nach Sarrs Patzer und dann locker für den Venezolaner Alexander Gonzalez aufgelegt. Ein Standard Lüschers ging dem 1:0 voraus: Er hob einen Eckball auf den Kopf des Moldawiers Artur Ionitas. Lüscher hat nun schon acht Assists auf seinem Konto, der Topwert der Liga.

Auf zwei Assists brachte es auch Mikari, zuerst linker Verteidiger, dann nach Sarrs Ausfall linker Mittelfeldspieler Berneggers. Er stand in der Startelf, weil Claudio Lustenberger gesperrt war. Vor dem 1:1 erlief er einen weiten Diagonalpass Oliver Bozanics und schlug aus vollem Lauf eine präzise Flanke auf Adrian Winters Kopf – ein Traumtor. Eine seiner starken Flanken wehrte später Aaraus Lette Nauris Bulvitis mit der Hand ab – Penalty.

«Er brachte Tiefe in unser Spiel, er war gut», lobte Bernegger. Am Ende eines Matchs, der ihn vor einer dritten Niederlage und einer unruhigen Woche in der Fussballstadt Luzern bewahrte. (hjs)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch