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Luzern doch am Saisonziel

Dank einem 3:0 im «Final» gegen Thun qualifizierte sich der FCL doch noch als fünftes und letztes Team für einen Europacup. Die Luzerner taten es auf Kosten enttäuschender Thuner.

Am Donnerstag noch hatte der FC Luzern beim 1:4 gegen die Grasshoppers eine Null-Leistung geboten, nach der sein Trainer Carlos Bernegger sagte: «Nach so einem Spiel kann ich keine Sekunde an die Europa League denken.» Aber auch nach «so einem Spiel» hatten seine Luzerner noch immer die Chance, sich mit einem abschliessenden Heimsieg gegen den FC Thun doch für die Europa League zu qualifizieren. Den Berner Oberländern reichte dafür ein Unentschieden. Geraume Zeit sah es auf der Luzerner Allmend dann danach aus, als könnten die Thuner zum dritten Mal in vier Jahren eine Europacup-Qualifikation als Ergebnis einer völlig geglückten Saison notieren. Denn mit ihrer defensiv disziplinierten Spielweise hielten sie den FCL unter Kontrolle; die ersten zwei nennenswerten Torszenen hatten sie. Aber dann warf sie ein gegnerischer Doppelschlag in Rücklage, aus der sie sich nicht mehr in aufrechte Position bringen konnten. Die Rolle Sekou Sanogos Der Anfang vom Ende war, in der 39. Minute, ein Ballverlust Sekou Sanogos gegen Claudio Lustenberger; zwei Pässe und einen (abgelenkten) Schuss Adrian Winters später stands 1:0. Nur vier Minuten danach leisteten Sally Sarr und Flügelmann Yassin Mikari mit einem perfekten Flankenball die Vorarbeit zu Alain Wiss’ Kopfball zum 2:0. Fortan gerieten die Luzerner in keinem Moment mehr in Schwierigkeiten. Sie hatten nun alles unter Kontrolle und waren im Vergleich zum Donnerstag auch kämpferisch nicht mehr wiederzuerkennen. Der immer stärkere Mikari, ehemaliger FCW-Spieler mit Innerschweizer Bürgerort Bürglen, schoss in der 80. Minute auch noch ein drittes Tor. Das war doch erstaunlich für eine Mannschaft, der mit Dimitar Rangelov und Dario Lezcano die beiden stärksten Stürmer wegen Verletzung fehlten, dazu Jahmir Hyka. Ein kleiner Vorteil war allerdings, dass Gegner Sanogo in der 67. Minute vom Platz gestellt wurde. Das Foul an Florian Stahel rechtfertigte diesen Entscheid zwar nicht. Aber Sanogo hätte es in dieser Saison schon mehr als einmal verdient, Rot zu sehen, ohne dass er es gesehen hätte. Kein «Tüpfelchen auf dem i» Am Schluss war jedenfalls festzustellen, das klare Resultat habe der enttäuschenden Tagesleistung der Thuner entsprochen. Einmal in Rückstand, gingen sie unter. Keiner war mehr zu einer massgeblichen Reaktion fähig, auch nicht Luca Zuffi in seinem letzten Spiel für den Verein. «Wir haben eine gute Saison gespielt, doch leider stehen wir nun mit leeren Händen da, und das stinkt uns etwas», kommentierte Thuns Trainer Urs Fischer die Dinge. Er sah aber auch, «dass Luzern zwei Ballverluste von uns gnadenlos ausnutzte». Und schloss: «Unserer guten Saison fehlt jetzt einfach das Tüpfelchen auf dem i.» Ganz anders die Luzerner, deren Führung mit Bernegger und Sportchef Alex Frei das Saisonziel doch erreichte – nur drei Tage nach dem Debakel im Letzigrund. Zwar war die unruhige Rückrunde eine Enttäuschung, als der FCL vom 2. auf den 4. Platz abrutschte und der Rückstand auf den FCB von einem auf 21 Punkte anwuchs. Dennoch ist von einer grundsätzlich positiven Entwicklung unter Bernegger zu reden, wenn man sich an die Abstiegsgefahr erinnert, die in Luzern umging, als der Trainer vor 13 Monaten sein Amt antrat. «Es spricht für die Mannschaft», beendete Bernegger die Saison rhetorisch, «dass sie in einem schwierigen Moment so ein Spiel liefert. Wir müssen unseren Weg seriös und nüchtern gehen.» Ganz so einfach ist das in Luzern allerdings nicht. (hjs)

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