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Mässige Liebeseuphorie in Winterthur

Tonnen von Liebesschlössern wurden dem Pont des Arts zu viel. An der Wylandbrücke besteht keine Einsturzgefahr wegen Überlastung durch Liebeseide.

Am Pfingstsonntag stürzte in Paris das Geländer des Pont des Arts unter der Last von mehreren Hunderttausend sogenannten Liebesschlössern ein («Landbote» von gestern). Der Brauch, womit Verliebte einander ihre ewige Treue kundtun, wird in ganz Europa zelebriert. So finden sich solche Brücken voller Vorhängeschlösser unter anderem auch in Hamburg, Wien und Zürich. Nicht selten lassen Paare ihre Namen ins Schloss eingravieren, bevor sie es ans Geländer hängen.

Liebes-Aus würde Brückenbelastung regulieren

Seit 2011 ist dieser Brauch auch in Winterthur bekannt, wo an der Wylandbrücke Schlösser hängen. Seither haben allerdings erst rund 250 Paare ihr Schloss angebracht. Die mutmasslich letzten Verliebten waren am 5. Juni M&B. Droht dem Gitter irgendwann der Kollaps wie in Paris? Stadtingenieur Max Reifler lacht und gibt Entwarnung. Es müssten in den nächsten Jahren noch sehr viel mehr Schlösser dazukommen, bis eine kritische Belastung erreicht wäre. Für Reifler sind die Schlösser ohnehin eher eine ästhetische Frage: «Nicht alle freuen sich über den Anblick.» Der Ingenieur stellt sich dar­über hinaus noch eine weitere Frage: «Wie sähe das Geländer wohl aus, wenn nur noch die gültigen Liebesschwüre dort wären?» Möglicherweise würde sich so die Belastung der Brücke von alleine regulieren. Ursprung des Brauchs könnte eine Szene aus dem Film «Ho vo-glia di te» von 2006 sein. Darin schwört sich ein Paar ewige Liebe und bringt ein Schloss an der Milvischen Brücke in Rom an. Den Schlüssel werfen sie mit den Worten «Per sempre» in den Tiber. Wohin die Schlüssel von der Wylandbrücke geworfen werden, weiss niemand.

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