Zum Hauptinhalt springen

Man City und der Fluch des englischen Meisters

Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen ist Manchester City als englischer Meister abermals schlecht in die Champions League gestartet. Ein Sieg heute beim punktelosen ZSKA Moskau ist Pflicht.

Dass der englische Meister in der Champions League Jahr für Jahr nur schwer vorankommt, hat schon fast System. Ein Blick zurück auf die letzten 15 Jahre zeigt tatsächlich Erstaunliches. Nur gerade einmal – Manchester United 2008 – wurde der englische Champion in der darauffolgenden Saison auch Champion der Champions League. ManU war es in dieser Periode auch, das 2009 als einziger Meister in der Champions League den Final erreichte. Vor und nach diesem Intermezzo schien ein Fluch zu wirken. Zwei Halbfinal- und vier Viertelfinal-Teilnahmen waren alles, was die englischen Meister zustande brachten. Dreimal war sogar schon nach der Gruppenphase Schluss.

Die englischen «Nichtmeister» schnitten im Vergleich wesentlich besser ab. Die Champions-League-Gewinner Liverpool (2005) und Chelsea (2012) sind die leuchtenden Beispiele. Weitere vier Male standen solche Teams im Final, einmal auch Manchester United selber.

Wieder eine starke Gruppe

Manchester City schied vor zwei Jahren als Landesmeister sang- und klanglos als Gruppenletzter aus und verpasste mithin gar die tröstende Teilnahme an der K.-o.-Phase der Europa League. Ein ähnliches Desaster droht den Citizens auch in diesem Herbst. Sie hatten das Pech, in eine starke Gruppe mit Bayern München und der AS Roma gelost zu werden, aber der englische Meister muss allemal die Ambition haben weiterzukommen. So wird der heutige Match gegen Schlusslicht ZSKA Moskau (mit dem Ex-YB-Stürmer Seydou Doumbia) zu einem Zitterspiel. Sollte die Roma daheim gegen Bayern gewinnen, würde die Aufgabe für Manchester City sogar in Falle eines Sieges schwierig werden. Auswärts gegen die Bayern erhielten die Engländer verdientermassen gute Noten, verloren aber dennoch (0:1), und zu Hause gegen Roma brachten sie es nur zu einem 1:1. Seit der Niederlage in München ist Man City in sechs Wettbewerbsspielen ungeschlagen geblieben.

City und ZSKA spielten schon vor einem Jahr in der Gruppe gegeneinander. Die Engländer siegte beide Male, 2:1 in Moskau dank zwei Toren von Sergio Agüero nach einem 0:1-Rückstand sowie 5:2 zu Hause.

Di Matteo im gemachten Nest

Derweil erlebt Roberto Di Matteo ein Déjà-vu. Im März 2012 «erbte» der Italo-Schaffhauser als Assistent bei Chelsea den Cheftrainerposten vom entlassenen Portugiesen André Villas-Boas. Zweieinhalb Monate später stemmte Di Matteo nach dem Sieg im Elfmeterschiessen gegen Bayern München in München den Champions-League-Pokal in die Höhe.

In dieser Woche setzt sich Di Matteo schon wieder in ein Nest, das er nicht selbst gemacht hat. Nur drei Tage nach seinem erfolgreichen Debüt mit Schalke in der Bundesliga (2:0 gegen Hertha Berlin) steht er heute erneut im Rampenlicht der Champions League.

Vorgänger Jens Keller hinterliess Di Matteo aus den bisherigen Gruppenspielen zwei 1:1 von ganz unterschiedlichem Wert. Das Remis in London gegen Chelsea wurde gefeiert, jenes daheim gegen Maribor eher verschmäht. Um gut im Geschäft zu bleiben, benötigen die «Knappen» heute daheim gegen Sporting Lissabon einen Sieg. Di Matteo kann sich auf seinen Topstürmer Klaas-Jan Huntelaar verlassen – der Holländer erzielte in beiden Champions-League-Spielen den Ausgleich –, aber auch auf Schalkes traditionelle Stärke in den Vergleichen mit portugiesischen Mannschaften. In vier K.-o.-Duellen in Hin- und Rückspielen setzten sich jedes Mal die Schalker durch.

«Wir haben seine Vorgaben gut umgesetzt. Defensiv sind wir sehr stabil aufgetreten und haben auch Chancen kreiert», sagte Huntelaar am Samstag nach dem Sieg gegen Hertha. Auch Eric Maxim Choupo-Moting lobte die Arbeit des neuen Chefs, der den Hebel beim verunsicherten Team bei der Defensivarbeit ansetzte. «Es ist wichtig, zuerst einmal kompakt zu stehen und keinen Treffer zu kassieren», sagte der Kameruner. Man habe im Training akribisch und detailliert Grundlagen wie das Anlaufen des Gegners und das Zweikampfverhalten geübt. «Der Trainer hat einen Plan.»

Roberto Di Matteo wird auch gegen Sporting Lissabon den Fokus auf defensive Stabilität legen. «Irgendwo musste ich anfangen. Und es war wichtig, hinten anzufangen», erklärte er sein simples Rezept. Zumindest in den kommenden Spielen ist demnach nicht mit einem Schalker Offensivfeuerwerk zu rechnen. «Die Spielweise können wir noch verbessern. Aber die wird mit jedem Sieg besser», kündigte Di Matteo an. si

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch