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«Man gönnt sich ja sonst nichts …»

Es ist eine wunderbare Idee, die Ausstellung in der Villa Flora mehr Menschen zugänglich zu machen. So gehört es sich für eine wohlhabende Stadt in einem Kanton mit hohen Bildungsidealen …

Leider ist Winterthur nicht gerade eine wohlhabende Stadt. Unter bürgerlicher Sparwut musste eben die Betreuung in den Altersheimen reduziert werden. Und die neue Finanzausgleichspauschale vom Kanton ist ein völliger Reinfall: Die Stadt hat 55 Millionen Franken zu wenig!

Lieber Stadtpräsident, liebe Stadträte, schickt diese Kutsche samt der Villa Flora retour an den Kanton und an die reichen Mäzene, damit zuerst das Loch im Finanzausgleich gestopft und die zu tiefen (Unternehmens-)Steuern ausgeglichen werden. Lieber würde ich zuerst ein paar Museen schliessen, statt gute Miene zu diesem bösen Spiel zu machen und der ganzen Welt diese Verschönerung zu offerieren. Und dazu gehörte auch, keine subventionierten Eintrittsbillette mehr an Auswärtige zu vergeben.

Es ist schon komisch, wenn das Label «Kultur» anhaftet, spielen die Kosten keine Rolle, obwohl die Stadt Winterthur selber kein Geld hat. Was aber sicher nicht geht, ist die gleichzeitige Erhöhung der Eintrittspreise für die Bäder und der Eishalle. Überall dort, wo die grosse Mehrheit der Leute hingeht – Familien und normale Bewohner der Gegend –, wird mehr verlangt. Bei einer elitären Kultur­institution, von der nur sehr wenige profitieren, spielen 600 000 Franken pro Jahr – zusätzlich! – keine Rolle. Man gönnt sich ja sonst nichts!

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