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Manchmal macht Päuli den Pfau

Wenn im Winter rund um den Entenweiher in Seuzach Schnee liegt, bleibt die Pfauenfamilie lieber oben im Baum. Ausser der Betreuer pflügt ihr eine Landebahn.

Päuli ist der Star des Naturschutzreservats beim Entenweiher. Wenn der blaue Pfau seine eins fünfzig langen Schwanzfedern wippend im Gehege spazieren führt, eilen ihm seine beiden Pfauendamen, Nella und Bella, hinterher. Und auch die Augen von Reservatbesuchern heften sich gern an den sechsjährigen prächtigen Hühnervogel, der je nach Lust und Laune dann auch mal das Rad macht, um seine Balzpracht zu zeigen. Doch Päuli ist nicht immer nur souverän als Anführer unterwegs: Letzthin, als das Reservat tief verschneit war, harrte er ohne Nahrung sieben Tage und Nächte lang auf einem Ast in luftiger Höhe aus. «Pfauen landen praktisch nie im Schnee», erklärt René Plattner vom Natur- und Vogelschutzverein Seuzach und Umgebung, der das Reservat hegt und pflegt. «Ihnen erscheint dann eine Landung auf dem Boden als zu unsicher.» Nachtlager im Baum Der Betreuer der Bewohner des Entenweihers kennt seine Pappenheimer. «Ihr Nachtlager schlägt die Pfauenfamilie jeweils auf ihren Lieblingsästen in der Eibe auf.» Sobald es dämmere, zögen sich die drei dorthin zurück. Und ebendort blieb Päuli angesichts der grossen Schneemassen tagelang sitzen. Erst als Plattner eine Landepiste im Schnee gepfadet und die beiden Pfauendamen den Abflug gewagt hatten, verliess auch er seinen Eibenast, um den inzwischen gross gewordenen Hunger zu stillen. In der schönen Anlage, in der unter anderem auch vier Höckergänse und 30 Zierenten leben, lassen sich bisweilen auch Gäste von ausserhalb nieder. «Im Winter fliegen jeweils etwa 100 Stockenten bei uns ein», sagt der Betreuer. Die bunte Federviehgemeinschaft lebe am Entenweiher harmonisch zusammen. Ausser wenn Päuli seine schwachen Momente hat: Im Frühling muss Plattner die Entennester jeweils abdecken, weil dieser gerne Eier stibitzt. Solches und anderes lässt sich am Entenweiher beobachten. «Um sich hier etwas Erholung zu gönnen, reisen Leute aus der ganzen Region an.» Der Natur- und Vogelschutzverein Seuzach und Umgebung blickt dieses Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurück. Das soll am 20. und 21. Juni mit einem Jubiläumsfest mit der Bevölkerung gefeiert werden. Die Pfauenfamilie, die gerade nach einem Spaziergang im Nieselregen wieder das Trockene sucht, kümmert das im Moment noch wenig.

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