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Manfred Höin (55) ist die gute Seele des Stadtorchesters

Sie Begegnen Mir ... im Musikkollegium

Ich habe einen eher ungewöhnlichen Beruf, den man eigentlich gar nicht lernen kann. Ich bin Orchesterwart beim Musikkollegium Winterthur und für die Aufstellung des Orchesters verantwortlich. Konkret sorge ich dafür, dass bei den Proben und Konzerten jede Musikerin und jeder Musiker auf der Bühne am richtigen Platz sitzt. Wenn die Musiker auf ihren Stühlen Platz genommen haben und keiner an seinem Stuhl herumrückt, weiss ich, dass ich alles richtig platziert habe und die Geigerin mit ihrem Bogen ihrem Sitznachbarn nicht in die Quere kommt. Zu meinen Aufgaben gehören zudem Umbauten während eines Konzerts auf offener Bühne. Deshalb achte ich darauf, dass ich immer korrekt gekleidet bin. Als Orchesterwart bin ich auch für die fachgerechte Lagerung und Wartung der wertvollen Musik- instrumente in unserem Instrumentenlager zuständig, das sich unter dem Dachstock im Stadthaus befindet. Damit ich die grossen und schweren In-strumente wie Flügel, Pauken, Kontrabässe und Harfen aus dem Lager überhaupt auf die Bühne bringen kann, hat das Stadthaus einen Instrumentenlift. In meinem Job benötigt man auch handwerkliches Geschick. Kleinere Reparaturen an Stühlen, Notenständern und Pulten führe ich in der Regel selber aus. Ich kümmere mich aber auch um die aktuellen Notensätze der laufenden Saison und überprüfe sorgfältig, ob diese vollständig sind. Bei Auswärtsgastspielen bin ich für den Transport des Orchestermaterials zuständig. Vor Proben und Konzerten mache ich eine Präsenzkontrolle, um sicher zu sein, dass wirklich alle Musikerinnen und Musiker anwesend sind. Für meinen Job braucht es nicht unbedingt eine musikalische Vorbildung, aber ein Flair für Instrumente. Wichtig ist auch die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten, ich bin oft am Wochenende und an Feiertagen eingespannt. Offenes Ohr für Extrawünsche Ich übe meinen Job beim Musikkollegium seit bald 25 Jahren aus und habe seither dafür gesorgt, dass die Bühne bereit ist, wenn die Musiker auftreten. Dazu muss ich die Dienstpläne gut kennen und flexibel sein, weil die Aufstellung des Orchesters je nach Konzert unterschiedlich ist. Auch muss ich bereit sein, auf Extrawünsche der Musiker einzugehen. Das mache ich gerne, denn ich verstehe meine Arbeit als Dienerjob. Ich habe ursprünglich Hochbauzeichner gelernt und mit der jetzigen Aufgabe meinen Traumjob gefunden. Selber spiele ich Gitarre und besitze zahlreiche Tonträger. Nach Mozart, Schubert und Haydn lege ich zu Hause gerne auch einmal Genesis oder Pink Floyd auf. Musik hat für mich einen grossen Stellenwert, punkto Stilrichtung möchte ich mich aber nicht festlegen. Ich bin Vater von drei Kindern und in meiner Freizeit oft mit der Fotokamera unterwegs. Auch Ausflüge und Reisen des Musikkollegiums oder die zahlreichen Projekte im Zusammenhang mit der Jugendarbeit des Orchesters dokumentiere ich regelmässig mit der Kamera. Die grosse Konstante in meinem Leben ist und bleibt aber die Musik.

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