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Marathon ohne Muskelkater

Am Ateliermarathon öffnen am übernächsten Wochenende 28 Künstlerinnen und Künstler während 72 Stunden ihre Ateliers. Sport­liche Ausdauer ist angesagt; das Training kann man zu Hause auf dem Sofa absolvieren.

Kunst und Sport – am Ateliermarathon kann man beides genüsslich oder ambitioniert verbinden. Ursprünglich als Experiment gedacht, wird der Anlass nun bereits zum dritten Mal von Sarah Tobler (Künstlerin) und Gabriel Mäder (IT-Supporter) durchgeführt und neu von der Stadt Winterthur unterstützt. Die beiden waren zwar nicht die ersten auf dem Platz Winterthur, welche die Idee der offenen Ateliers realisierten – mit ihren «Open Doors» darf sich die Künstlerin Michelle Bird dieses Verdienst gutschreiben – aber Tobler und Mäder haben ein zusätzliches Angebot geschaffen, das durch eine schlanke Organisation und einen bestechend einfachen Auftritt überzeugt. Fürs vorbereitende Training auf den Marathon macht man es sich am besten zu Hause auf dem Sofa bequem und schaltet den Computer ein. Die diesjährigen Teilnehmer werden auf der Homepage mit ihren Namen und einer Porträtaufnahme vorgestellt. Klickt man auf eines dieser Porträts, gelangt man auf eine Unterseite, wo alle relevanten Informationen stehen. Kontaktangaben, Anfahrt, Öffnungszeiten, ­Si­tua­tionsplan sowie Angaben zum Schaffen und einige Werkaufnahmen. Die Profile können als PDF heruntergeladen werden. Auf diese Weise können sich die Besucher ihr individuelles Programm zusammenstellen. Der Flyer (ebenfalls online) mit Übersichtsplan und Adressen gehört ebenfalls mit ins Gepäck. Dehnbarer Kunstbegriff Da die Kunstschaffenden ihre Öffnungszeiten innerhalb des 72-stündigen Marathons frei wählen können, lohnt es sich, ein besonderes Augenmerk auf den Plan zu werfen, um keine schweisstreibenden Extrarunden zu drehen. Wer sich unterwegs updaten möchte und sein Smartphone daheim vergessen hat, kann im Kunstladen «Ohne Titel» an der Neustadtgasse 26 den Flyer ­beziehen – und gleich auch die Werke der Gastkünstlerin Patricia ­Zürcher- Schneider besichtigen. Wer als Besucher den Ateliermarathon antritt, sollte wissen, dass die Organisatoren einen weit gefassten Kunstbegriff vertreten. Mit anderen Worten: Wer immer sich selbst als Künstler versteht und gestalterisch arbeitet, kann teilnehmen. Die Bandbreite reicht von professionellem Schaffen über Ausdrucksmalerei bis zu Design und Illus­tration. Aber es gibt Trouvaillen wie die Collagearbeiten der ägyptischen Künstlerin Shayma Kamel zu sehen in der Villa Sträuli. Auch Mike Helbling, der bei Sophie Mauch und Sanna Heikintalo Gastrecht an der Stadthausstrasse 51 geniesst, gehört mit seinen stillen Schwarzweissfotografien zu den diesjährigen Highlights. Möglichst niederschwellig Wer bereits 2011 und 2012 am Ateliermarathon die Runden drehte, wird vielleicht einige Namen vermissen, dar­un­ter die von Urs Amann, Lydia Wilhelm und Beat Wipf. Die Organisatoren haben den Ateliermarathon als «möglichst niederschwelliges, breites Angebot» aufgezogen, wie sie auf Anfrage erklären. «Die Begriffe Künstler und Atelier sind nach unserem Verständnis weit gefasste und passen als nicht definierte ins Konzept des Ateliermarathons», so Tobler und Mäder. www.ateliermarathon.ch

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