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Margreth Bucher aus Oberwil (1487) Älly Schnyder aus Andelfingen (1493) Ursula Tachsenhauser aus Ossingen (1574) Magdalena Jäger aus Embrach (1624) Anna Hafner aus Seen (1654)

Margreth Bucher (50) von Thalheim war mit einem Stucki aus Oberwil bei Dägerlen verheiratet und hatte zwei Töchter. 1487 wurde sie unter anderem beschuldigt, Pferde vergiftet und mit dem Teufel, in Gestalt eines schwarzen Hundes, Beischlaf gehabt zu haben. Anlass zum Hexenprozess gab eine alte Liebesgeschichte aus lediger Zeit. Ein abgewiesener Freier warf ihr Hexerei vor. Mit dem Versprechen, sie nicht zu töten, wurde sie zum Geständnis verleitet und dann durch Stadtbaumeister Jakob Hegnauer mit Einverständnis von Bürgermeister Hans Waldmann bei lebendigem Leib eingemauert. Ihr Leichnam wurde verbrannt.

Älly Schnyder gestand im Mai 1493 – unter Folter –, dass sie vier Jahre zuvor auf Instruktion des ihr als Jüngling oder Tier erschienenen Teufels verschiedene Reife (Frosteinbrüche) im Bereich vom Steigbrünnli bei Kleinandelfingen verursacht habe. Auch habe sie mit dem Satan Beischlaf gehabt und mit der magischen Praxis des Melkens «des Halmes einer im Firstholz eingeschlagenen Axt» fremde Kühe gemolken. Der Teufel habe ihr Essen und Trinken, jedoch ohne Brot, gebracht. Sie wurde 1493 von Statthalter Meister Bachofen verurteilt und anschliessend bei lebendigem Leib auf dem Kies der Sihl verbrannt. Ihr Hab und Gut fiel an die Stadt Zürich.

Ursula Tachsenhauser (60) war die Witwe von Hans Dünki und hatte zwei Kinder. Anlass zur Strafverfolgung bildete ihre Klage vor dem Andelfinger Gericht: Melchior Rütschi habe sie geschlagen und eine Unholdin genannt. Die Klage wurde abgewiesen, da sie seit jeher für eine Hexe gehalten werde. Etliche Leute hätten sie im Winter nackt in der Thur baden sehen. Ausserdem habe sie mit dem Bösen geschlafen. Dem Auserwählten ihrer Tochter, der anderweitig verliebt war, habe sie «einen schwarzer Mosen» verpasst, der sich über den Körper bis in die Genitalien ausbreitete und ihn tötete. Die Witwe wurde 1574 bei lebendigem Leib auf der Kiesbank der Sihl verbrannt.

Der betagten Magdalena Jäger wurde 1624 vor dem Kyburger Grafschaftsgericht der Prozess gemacht. Sie war damals seit zwölf Jahren verwitwet und hatte sechs Kinder aus zwei Ehen. Offenbar gelangt sie selbst ans Gericht, um vom Ruf einer Unholdin losgesprochen zu werden. Doch Magdalena Jäger wurde zum Verhängnis, dass sie 32 Jahre zuvor aus Armut Holz im Wald Blauen bei Embrach gesucht hatte. Der Satan habe mit ihr geschlafen und ihr Geld gegeben, das dann Laub geworden sei. Sie habe Menschen mit Schlägen auf Achseln und Rücken geschädigt. Die Witwe wurde gefoltert und bei lebendigem Leib auf dem Richtplatz bei der Kyburg verbrannt.

Anna Hafner aus Seen-Winterthur und Oberwil (aargauisches Kelleramt) wurde 1654 vorgeworfen, Gott verleugnet zu haben und Beischlaf mit dem Bösen gehabt zu haben. Auch habe sie Mensch und Vieh geschädigt und an einem «unholden» Tanz teilgenommen, was sie unter Folter «gestand». Anna war als uneheliches Kind in Oberseen zur Welt gekommen. Als sie sechs war, starb ihr Vater und sie kam zur Tante nach Luzern. Sie heiratete zweimal und hatte zwei Kinder. Die Stadt Bremgarten nahm sie gefangen, verhörte und marterte sie und stellte sie nach Zürich über, wo man sie schliesslich enthauptete und ihren Leichnam verbrannte.

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