Markanter Fels oberhalb von Kandersteg ist abgebrochen

Am Freitag kurz nach 9.30 Uhr brach der Spitze Stein ab. 20'000 Kubikmeter Fels donnerten ins Tal.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die obere Hälfte des Spitzen Steins oberhalb von Kandersteg brach am Freitag ab. Zwei Bilder der Webcam Oeschinensee von 9.30 Uhr und 9.40 Uhr zeigen die Situation vor und nach dem Absturz. Experten gehen davon aus, dass über 20'000 Kubikmeter Fels ins Tal stürzten. Der Schuttkegel liegt im hochalpinen Gebiet, verletzt wurde niemand.

«Vom 100'000 Kubikmeter umfassenden Spitzen Stein ist ein Volumen von etwa 20'000 Kubikmeter abgebrochen», sagte Urs Weibel, Kandersteger Gemeindepräsident, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Er bestätigte damit verschiedene Medienberichte.

Ein Geologe sei auf dem Weg, um die Situation einzuschätzen. «Aufgrund der Witterung haben wir momentan keinen Zugang zum Tal», so Weibel. Es ist kein Siedlungsgebiet betroffen.

Die Webcam Oeschinensee zeigt am Freitag um 9.30 Uhr den Spitzen Stein mit Felsnadel. Bild: Webcam Oeschinensee

Im nächsten Bild von 9.40 Uhr fehlt der Fels. Bild: Webcam Oeschinensee

Der Berg steht seit August 2018 unter Beobachtung. Die Verschiebungen sind laut Medienberichten auf den Rückgang des Permafrosts im Boden zurückzuführen. Dabei könnten im «worst case»-Szenario bis zu 20 Millionen Kubikmeter Fels abbrechen. Dieses Szenario werde zwar als unwahrscheinlich betrachtet, sagte Weibel. Aber wenn die Bevölkerung betroffen sei, müssten alle Szenarien in Betracht gezogen werden.

Seit Messbeginn im August 2018 hatte sich der Spitze Stein um 3,85 Meter verschoben. Sogar noch zwanzig Zentimeter weiter bewegte sich in dieser Zeitspanne ein grosser Felsblock im Gelände. Allein in den letzten 4 Monaten rutschte dieser Block um 3 Meter ab.

Der Hang reagiert extrem auf Niederschläge: Bei allen acht Regenphasen des letzten Sommers gab es markante Beschleunigungen. Im Vorjahr waren solche Ausschläge noch gänzlich ausgeblieben.

(fal/bpm/sda)

Erstellt: 20.12.2019, 13:20 Uhr

Kommentare