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Marktplatz bleibt ein Parkplatz – vorerst

Auch der neue Gemeinderat sieht für den Marktplatz viel «Gestaltungspotenzial». Bis der Platz aber tatsächlich umgestaltet wird, dürften noch Jahre vergehen.

Seit April gilt beim Marktplatz in Andelfingen Tempo 30, und die erste Bilanz fällt positiv aus. Fussgänger fühlten sich sicherer, der Verkehrslärm habe abgenommen, schreibt Tiefbauvorsteher Jens Andersen im neuen Infoblatt des Gemeinderats. Der Dorfplatz biete aber noch ein grosses Gestaltungspotenzial, das Anwohnern und Gewerbe zugutekommen könnte. «Es wäre schade, diese Chance nicht zu nutzen.» Die Sätze dürften manche Leserin oder Leser in Andelfingen aufhorchen lassen. Schliesslich klingen sie so, als ob der Gemeinderat demnächst einen neuen Anlauf unternähme, dem Marktplatz ein neues Antlitz zu verleihen. Heute dient er in erster Linie als Parkplatz, im Herbst finden traditionell die Viehschau sowie der Jahrmarkt dort statt. Nicht vergessen Doch wer jetzt schon ein neues Projekt erwartet, liegt falsch, wie Gemeindepräsident Hansruedi Jucker sagt: «Derzeit ist nichts geplant.» Der Artikel im jüngsten Infoblatt solle vor allem verdeutlichen, dass der Gemeinderat das Thema nicht vergessen habe. Und: «Dass der Platz noch Potenzial hat, ist allseits bekannt.» Früher oder später wird die Platzgestaltung jedoch bestimmt wieder zum Thema. Grund sind die alten Werkleitungen im Boden, die langsam ersetzt werden sollten. Jucker schätzt, dass es im Zusammenhang mit dieser Sanierung in sechs bis sieben Jahren eine letzte Gelegenheit geben wird, über die Gestaltung zu diskutieren. «Danach ist es jedoch für 20 bis 30 Jahren gelaufen.» Einen Terminplan für die Sanierung gibt es nicht. Der Gemeinderat legt seine Legislaturziele erst im Herbst fest. Gemäss Jucker, der auch als Finanzvorstand amtet, ist es derzeit wahrscheinlicher, dass die Werkleitungen (Wasser, Abwasser, Strom) erst in der nächsten Amtsperiode (ab 2018) saniert werden. Vor rund drei Jahren wollte der damalige Gemeinderat schon einmal den Marktplatz umgestalten. Er veranstaltete einen Wettbewerb, eine breit abgestützte Jury prämierte das Projekt eines Zürcher Planungsbüros. Es sah vor, aus dem Marktplatz eine Begegnungszone zu machen, mit Tempo 20 und Vortritt für Fussgänger. Verkehr gebremst Das Vorhaben stiess – nach anfänglichem Wohlwollen – auf Widerstand. Vor allem aus dem Kreis der Ladenbesitzer am Platz sowie der Landi gab es kritische Stimmen. Am Ende zog der Gemeinderat die Notbremse und stoppte die Pläne. Um den Verkehr auf der Thurtalstrasse dennoch etwas zu bremsen, führte er Tempo 30 ein. Das neue Temporegime im Andelfinger Dorfzentrum wurde anfangs nicht immer eingehalten. «Nach unserer Einschätzung gab es zunächst recht viele Autofahrer, die zu schnell fuhren», sagt Jucker. Mittlerweile wurde aber vor dem Posten der Kantonspolizei ein «Kissen» eingebaut (ebenso auf der Humlikerstrasse beim Bahnhof, wo ebenfalls Tempo 30 gilt). Dadurch habe sich die Si­tua­tion verbessert, sagt Jucker. In den nächsten Wochen oder Monaten wird allerdings mindestens eine Geschwindigkeitsmessung durchgeführt – damit der nächsten Gemeindeversammlung im Dezember «harte» Zahlen zu den Auswirkungen des neuen Maximaltempos präsentiert werden können.

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