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Martin Brodeur «ruiniert» St. Louis Blues

Der 42-jährige Goalie beeindruckte in seinen ersten Einsätzen als Ersatzmann. Ein Blick durch die Ligen von St. Louis bis Zagreb.

Martin Brodeur hat in seiner Karriere viel erreicht. Olympiasieger 2002, Olympiasieger 2010 (als Nummer 2), dreimal Stanley-Cup-Sieger mit den New Jersey Devils. Brodeur ist der einzige NHL-Goalie, der über 600 Siege erreichte (aktuell 689), der Schlussmann der NHL mit den meisten Shutouts (124) in der Qualifikation, den meisten Partien ohne Gegentor in den Playoffs (24). Und natürlich ist er der NHL-Goalie mit den meisten Partien (1260) und der einzige Schlussmann, der ein sogenanntes «Game-winning-Goal», einen spielentscheidenden Treffer also, erzielt hat. Und seit vergangener Woche sorgt er dafür, dass die St. Louis Blues zusätzlich Geld ausgeben müssen. Am 26. November erst, nachdem er die New Jersey Devils nach langen Jahren verlassen hatte, fand er eine Anstellung, in St. Louis unterschrieb er einen Probevertrag, weil mit Brian El­liott der Nummer-1-Goalie der Blues längere Zeit ausfällt. Am 2. Dezember dann unterschrieb Brodeur, der am 6. Mai 1972 geboren wurde, einen Kontrakt bis Saisonende. 700 000 Dollar bringt der ihm ein, und natürlich einiges zusätzliches Geld. Pro Punkt nämlich 10 000 Dollar. Letzte Woche kam Brodeur zum ersten Teileinsatz, dann aber führte er St. Louis in New York zum Erfolg über die Islanders. General Manager Dou Armstrong telefonierte daraufhin seinem Trainer Ken Hitchcock: «Wir sind ruiniert», sagte er – und meinte es natürlich nicht ganz ernst. Aber Brodeur war um 20 000 Dollar Bonus reicher. In der Nacht auf heute trat Brodeur zum ersten Mal in einem Heimspiel für St. Louis an – gegen Florida. Omark mit Fransson Schwedens Eishockey-Nationalcoach wird in zwei Wochen am Turnier in Sotschi nicht alle gewünschten Spieler im Einsatz sehen. Da in der Schweizer NLA am Montag (22.) und Dienstag (23.) bereits wieder gespielt wird und der Spengler-Cup ansteht, bekamen der Rapperswiler Nicklas Danielsson sowie die zwei Davoser Dick Axelsson und Marcus Paulsson kein Aufgebot. Johan Fransson dagegen reist ans Schwarze Meer, aus Lugano tun das Fredrik Pettersson und Linus Klasen. Ein grosser Rückkehrer ist der ehemalige Zuger Linus Omark. Trainer Pär Marts und der launische, aber trickreiche Jokerit-Flügel haben ihre Differenzen ausgeräumt. Luganos Finne Ilari Filppula wird im finnischen Aufgebot geführt. Federer-Fan Moses Nicht die teuren russischen Stars wie Ilja Kowaltschuk oder Alexander Radulow sind in der KHL die besten Torschützen, sondern ein unscheinbarer und nur 1,76 m grosser Amerikaner. Steve Moses erzielte in bisher 38 Partien für den Liga-Neuling Jokerit Helsinki 23 Tore (und 15 Assists). Der erst 25-jährige Flügel ist zwar ein «typischer Sniper», relativ klein, aber ein harter Wettkämpfer. Dazu läuft er sehr gut und sehr schnell Schlittschuh – und outete sich als Fan von Roger Federer. Gar nicht typisch ist sein Werdegang als Eishockeyspieler. Moses spielte in New Hampshire College-Eishockey, absolvierte 2012 eine Probewoche in Helsinki und wagte nach nur gerade acht AHL- Partien den Weg nach Europa ins Profileben. Im ersten Jokerit-Jahr kam er in der SM-Liiga auf 38 Punkte, im zweiten auf 23 – und jetzt, in der Premieresaison in der KHL, weist er nach 35 Partien bereits 38 Punkte auf. Und Jokerit liegt im Westen immerhin auf Rang 3, hinter den zwei grossen Klubs, die einst der Armee gehörten: ZSKA Moskau und SKA St. Petersburg. Moskau setzte sich mit 12 Siegen in Folge vor Slawa Bykows St. Petersburg an die Spitze. Jortikkas Comeback Hannu Jortikka begann seine Trainerkarriere mit einem Paukenschlag: 1987 führte er die Finnen zu Gold bei der U20-WM. Weitere nationale Titelgewinne in Turku machten ihn auch für die Schweiz interessant, der SC Bern verpflichtete den heute 58-Jährigen für die Saison 1993/94. Für die frühzeitige Unterschrift hatte Jortikka zu büssen, er wurde in Hämeenlinna noch während der Playoffs im Frühjahr 1993 vorzeitig entlassen. Auch in Bern blieb er kein ganzes Jahr. Nach verschiedenen Anläufen in der KHL (Amur, Admiral und Jugra) kehrt Jortikka nun zu den Wurzeln zurück: Er führt erneut das finnische U20-Nationalteam. Er reist als Titelverteidiger ans Turnier in Kanada, mit immerhin noch sieben Weltmeistern. Medvescak vor dem Aus Der frühere Zug-Trainer Doug Shedden, der erst während der Saison in der KHL einstieg und Medvescak Zagreb übernahm, wird kaum lange in Kroatien arbeiten. Denn der Spengler-Cup-Teilnehmer wird sich nach nur gerade zwei Jahren wieder aus der KHL verabschieden (müssen). Das berichtet zumindest die gut unterrichtete Agentur Tass. Zagreb war nur dank Gazprom der Sprung in die Liga gelungen, nun aber dreht der Hauptsponsor nicht den Gas-, aber den Geldhahn zu. Entscheidung im Norden Wenn sich heute Abend einige Schweizer NLA-Vereine weihnachtlichem Tun hingeben können, geht es im Norden in der Champions Hockey League darum, in den Viertelfinal-Rückspielen die vier Halbfinalisten zu ermitteln. Je vier Teams aus Schweden und Finnland sind dabei, zwei nationale Duelle ermöglichen, dass ein Finne und ein Schwede sicher weiterkommen. Favorit Skelleftea führt gegen Linköping 2:1, Kärpät Oulu gegen Lappeenranta 2:0. In den länderübergreifenden Partien führt Lulea vor dem Heimspiel gegen Lukkko Rauma 5:2, IFK Helsinki geht mit einem 2:1 ins Göteborger Rückspiel. Die Halbfinals finden am 12. und 20. Januar statt.

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