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Massengrab Mittelmeer

Etwa 3500 Menschen haben laut dem Flüchtlingskommis­sariat der Vereinten Nationen (UNHCR) im letzten Jahr im ­Mittelmeer ihr Leben verloren. Die meisten Flüchtlinge seien in Seenot geraten, weil die von Schleppern zur Verfügung ­gestellten Boote nicht seetauglich waren. Eine Arbeitsgruppe europäischer Journalisten machte sich 2013 daran, alle Todesfälle von Migranten auf dem Weg nach Europa seit dem Jahr 2000 zu erfassen. Das ­Resultat ist eine im Internet veröffentlichte Datenbank unter dem Namen «The Migrant Files». Der makabere Zähler steht mittlerweile auf 27 000.Viele Flüchtlinge wählen Italien als Ziel, da das Land relativ nahe an Nordafrika liegt. Im Oktober 2013 startete die Operation «Mare Nostrum», ein gemeinsames Projekt der italienischen Marine und der Küstenwache. Ziel war sowohl die Rettung von Flüchtlingen in Seenot wie auch das Aufgreifen von Schleppern. Bis Ende August 2014 wurden so 80 000 Menschen gerettet, doch nach einem Jahr wurde «Mare Nostrum» wegen mangelnder Unterstützung durch die EU eingestellt. Die Nach­folgeoperation «Triton» der EU-Grenzschutzagentur Frontex begrenzt sich im Wesentlichen auf die Patrouille in Küstennähe – Flüchtlinge auf hoher See werden sich selbst überlassen.

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