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Massgeschneidert für die Schweiz

Dem Generationenwechsel und dem Preissturz sei Dank: Des Schweizers zweitliebstes Auto hat zu einem neuen Höhenflug angesetzt. Als Letzter der Baureihe kommt der hochbeinige Skoda Octavia Combi Scout in den Genuss der Auffrischungen.

Ein Meilenstein ist erreicht, der Hunger noch nicht gestillt. Die tschechische VW-Tochter Skoda hat 2014 erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge im Jahr produziert und damit selbst die hoch gesteckten Erwartungen des Mutterhauses übertroffen. Die Verkaufszahlen haben sich in den letzten 25?Jahren mehr als versechsfacht. Neben dem kontinuierlichen Ausbau der Modellpalette hat auch die Erschliessung neuer Märkte die Wiederbelebung der Traditionsmarke beschleunigt. Die sieben ­aktuellen Baureihen werden auch in der Slowakei, in der Ukraine, in Russland, Kasachstan und China gebaut und in mehr als 100 Ländern weltweit vermarktet. Eine Schlüsselposition nimmt dabei China ein, wo bereits jeder vierte Skoda ausgeliefert wird.Fast wie ein richtiger Geländewagen Schon viel länger auffällig gut vertreten im Strassenbild ist Skoda in der Schweiz. Der Octavia Combi bleibt auch nach dem ­Generationenwechsel die klare Nummer 2 in der Beliebtheitsskala hinter dem VW Golf. Massgeschneidert für die Bedürfnisse in diesem Lande ist die für alle Wetter- und Streckenbedingungen geeignete Version Scout mit Allradantrieb, für die sich die trotz des Aufpreises weit mehr als die andernorts üblichen acht Prozent der Käufer entscheiden. Was genau an der Kasse des Händlers abzuliefern ist, hängt nicht nur von der gewählten Mehrausstattung, sondern auch vom aktuellen Eurorabatt des Importeurs ab. Statt 41'450 Franken – wie in der Preisliste aufgeführt – kostet die Topversion des hochbeinigen «Pfadfinders» mit dem 2-Liter-Turbodieselmotor und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe derzeit nur 35'230 Franken. Die gleich motorisierten Ambition- und Elegance-Ausführungen des klassischen Octavia ­Combi sind rund 5000 oder 2300 Franken günstiger, bieten aber lange nicht dieselben Vorteile. Die Bodenfreiheit im Scout ist mit 17 Zentimetern drei höher und vermittelt dem Lenker das Gefühl, über der Sache zu stehen. Da er sich auf die moderne Haldex-5-Allradtechnik mit si­tua­tionsbedingter Kraftverteilung auf die vier Räder abstützt, sind neben unbeschwerten Passfahrten bei winterlichen Verhältnissen auch Einsätze abseits der befestigten Strassen möglich. Dank der erhöhten Böschungswinkel imponiert dabei vor allem die Steigfähigkeit. Von einem richtigen Geländewagen ist der robuste Kompaktkombi nur wenig entfernt. Ob es dafür den auffälligen Offroad-Look mit Kunststoffabdeckungen und die silbernen Unterfahrschutzplatten vorne und hinten braucht, sei einmal dahingestellt. Irgendwie passt er jedoch zu den Werbebotschaften bezüglich Lifestyle und Abenteuer. Dasselbe gilt für die auf zwei Tonnen erhöhte Zuglast, die angehängt werden kann. Die Einsatzmöglichkeiten sind so vielseitig, dass sich ganz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen fühlen.Hoher Wendekreis Diesen Anspruch erfüllt in der Topversion auch der erstmals mit Allradantrieb gepaarte 2-Liter-Turbodiesel mit 184 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern. Er kann den Octavia Scout in Kombination mit dem makellosen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe bei Bedarf in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigen. Etwas Zurückhaltung kann aber nicht schaden. Die Fahreigenschaften und die Abstimmung sind dem Fahrzeugaufbau entsprechend etwas weniger sportlich. Dafür imponiert der Durchschnittsverbrauch von wenig mehr als sechs Litern Diesel für 100 Kilometer. Mitverantwortlich dafür ist die serien­mässige Stopp-Start-Automatik. Günstigere Alternativen zu diesem trefflichen Kraftspender sind ein 2-Liter-Turbodiesel mit 150?PS und ein 1,8-Liter-Benzindirekteinspritzer mit 180 PS. Das Manövrieren in schwieri­geren Si­tua­tio­nen wird durch den hohen Wendekreis erschwert. Angesichts des ausgewogenen, gut verar­bei­te­ten Interieurs, dem komfortablen Platzangebot auf allen Sitzen und dem von 610 locker auf 1740 Liter erweiterbaren Laderaumvolumen ist das aber nicht mehr als eine Randnotiz. Der 4,66 Meter lange Octavia Scout Combi erfüllt, von den nicht lieferbaren Assistenzsystemen abgesehen, wie andere Neuerscheinungen der Marke fast alle Erwartungen. Wenn Skoda so weitermacht, ist Konzernchef Winfried Vahlands Ziel von 1,5 Millionen abgesetzten Autos im Jahr 2018 mehr als eine Vision. Skoda Octavia Scout 2.0 TDI+ Erhöhte Bodenfreiheit+ Moderner Allradantrieb+ Grosszügiges Platzangebot– Übertriebener Offroad-Look– Eingeschränkte Fahrdynamik– Vermisste Assistenzsysteme

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