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Medizinische Tipps gegen Chilbi-Übelkeit

Ab Freitag werden sich am Albanifest wieder Tausende auf hals- brecherischen Bahnen durchschütteln lassen. Andreas Horst, Chefarzt der Neurologie am KSW, erklärt, was dabei im Körper passiert.

War­um wird es den Menschen auf Chilbibahnen überhaupt übel? Andreas Horst: Der Mensch orientiert sich mit den Augen und mit dem Gleichgewichtssinn im Ohr. Wenn sich die Informationen dieser beiden Sinne widersprechen, löst dies Schweissausbrüche und Übelkeit aus. Das ist eine ganz normale Reaktion. War­um wird es den einen sofort schlecht, während andere wilde Bahnen in Serie besteigen können? Da gibt es individuelle Verschiedenheiten. Man weiss, dass es Personen mit Migräne schneller übel wird. Auch bei Kindern und Jugendlichen tritt die Reaktion schneller auf. Das kennt man ja vom Autofahren. Grundsätzlich reagieren aber alle, wenn die Sinnesinformationen widersprüchlich sind. Dann kann man das Fahren auf Chilbibahnen nicht trainieren? Doch. Die Reaktion an sich kann man nicht verhindern. Wie der Körper damit umgeht, kann aber beeinflusst werden. Das lässt sich üben, wie das etwa Piloten tun, indem man zum Beispiel auf einem Drehstuhl die Sinne immer wieder fordert. Die Reaktion im Hirn kann auch mit Medikamenten gedämpft werden, etwa mit Übelkeitskaugummis. Dabei ist wichtig, dass die Medikamente früh genug eingenommen werden. Wenn der Magen bereits revoltiert, ist es zu spät. Nützt es auch, vor dem Festbesuch gar nichts zu essen? Nein, dann erbricht man einfach Galle. Andererseits ist viel zu essen sicher nicht förderlich, weil dann der Mageninhalt schneller ausgeworfen wird. Alkohol zu trinken, ist auch kontraproduktiv, denn es bringt den Gleichgewichtssinn noch mehr durcheinander. Wie reagiert man am besten, wenn sich auf der Chilbibahn der Magen meldet? Mein Tipp: die Augen offen halten und einen festen Gegenstand ausserhalb der Bahn fixieren. Den Kopf nicht zusätzlich bewegen, sondern an die Lehne drücken und die Bewegung mitspüren. Regelmässig atmen und warten, bis es vorbei ist. Das gilt auch für Fahrten im Auto oder im Pendolino-Zug. Nützt es auch, die Augen zu schliessen? Es kann etwas bringen, das Sehsystem möglichst vollständig auszuschalten. Allerdings: wozu denn? Ein bisschen Kitzel ist ja gerade Sinn der Sache.

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