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Mehr als eine grosse Grillparty

Alle zwei Jahre flutet eine Welle Rock das Flaachtal und lockt Musikfans nach Volken. Das Open Air Rock im Tal und der Verein dahinter schreiben seit 2004 an einer Erfolgsgeschichte.

Das Open Air Rock im Tal ist dort entstanden, wo viele Ideen ihren Ursprung haben: am Stammtisch. Im Gegensatz zu vielen anderen Geistesblitzen, die sich im Bier- und Zigarettendunst wieder auflösen, wurde dieser in die Tat umgesetzt. Schon bald machte sich eine Gruppe junger Musikfans an die Planung ihres ersten eigenen Open Airs in Volken. «Damals war alles noch sehr amateurhaft. Wir haben sogar die Bühne selbst gezimmert», so Lucky Keller, einer der Initianten und heutiger Präsident des Vereins.

Das erste, eintägige Festival im Jahr 2004 ging ohne einen Verein im Hintergrund über die Bühne. «Es lief viel besser als gedacht, so ein grosser Erfolg war nicht geplant», sagt Lucky Keller. Das lieferte die nötige Motivation, um sich gleich an die Organisation des nächsten Konzerts zu machen. Der Erfolg liess die Verantwortlichen aber auch nachdenken: Was, wenn das nächste Open Air ein totaler Verlust wird? Um das finanzielle Risiko für alle beteiligten Privatpersonen aus der Welt zu schaffen, gründeten sie kurzerhand den heutigen Verein.

Langer Weg zum Festival

Seit Jahren ist die Zusammensetzung des Vorstands ziemlich konstant – die meisten sind seit der Gründung dabei. Je nach Aufgabe sind die Mitglieder 300 bis 600 Stunden beschäftigt, bis es auf der Bühne dann endlich rockt, deshalb findet der Event auch nur alle zwei Jahre statt – nächstes Mal im Juni 2014. Das Organisationskomitee umfasst noch einige Personen mehr, denn es gibt viel zu tun, wenn man etwa 1800 Besucher erwartet. «Sehr viel Zeit braucht die Administration der ungefähr 140 Helfer», so der Präsident. Vor allem körperliche Arbeit bringt das Aufstellen mit sich: Sechs Tage lang schwirren die fleissigen Freiwilligen übers Feld und sorgen für Bühne, Technik, Backstagebereich, Verpflegungsstationen und vieles mehr.

Wer sich Rock im Tal nennt, muss diesen natürlich auch bieten. «Kaum ist das Open Air jeweils vorbei, bewerben sich schon die nächsten Bands bei uns», sagt Lucky Keller. Ein Gremium mit vier Personen sucht dann die Bands aus. Sind sich die vier ihrer Sache nicht ganz sicher, stehen auch Konzertbesuche an. «Rock ist natürlich Programm, aber es sollte trotzdem abwechslungsreich sein.» Den Headliner, also sozusagen die Superstars des Abends, sucht der Vorstand aktiv. Harte Verhandlungen sind dabei nicht ausgeschlossen. Es kommt vor, dass der Präsident und das Bandmanagement Hunderte von E-Mails hin- und herschicken, bis der grosse Name auf die Plakate gedruckt werden darf.

Spenden statt investieren

Wichtiger als das Bandprogramm ist dem Verein allerdings, dass sich alle willkommen fühlen. Am Samstagnachmittag gibt es jeweils ein musikalisches Kinderprogramm für Familien. «Unser Open Air ist über die Jahre zu viel mehr als zu einer überdimensionierten Grillparty gewachsen», erzählt der Präsident schmunzelnd.

Die gesamte Ausrüstung von der Lichtshow über das Festzelt bis zur Bühne ist gemietet. «War­um sollen wir in eigenes Equipment investieren? Wenn wir den Verein auflösen müssten, wäre das ein Klotz am Bein», sagt Lucky Keller. Für die Gewinne aus dem Open Air hat der Vorstand eine viel bessere Lösung gefunden. Seit 2004 gehen jedes Jahr einige Tausend Franken an eine karitative In­sti­tu­tion oder werden einem gemeinnützigen Projekt gespendet, auch wenn das Rock im Tal, wie im Jahr 2012, einen Verlust schreibt. Im letzten Jahr konnte die Heilpädagogische Schule Humlikon profitieren, woraus eine Projektwoche im Bereich Musik entstand.

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