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Mehr Freiheit bei den Grünen

Ein junger Grüner aus Zürich kandidiert als Vizepräsident der Grünen Schweiz. Luca Maggi engagiert sich für eine offene Ausländerpolitik. Er ist Student und mag das Nachtleben.

«Klar links, aber mit mehr Freiheit und weniger Law and Order.» Damit, so ist Luca Maggi sicher, können sich die Grünen von der SP abgrenzen und bei Wahlen erfolgreich sein. Er leitet seine Überzeugung daraus ab, dass in Zürich die Alternativen die Grünen bedrängen und ausserhalb die Grünen die Grünliberalen. Solche Überlegungen sind vorderhand noch Trockenschwimmen für den 23-Jährigen, bald könnten sie aber in konkrete Strategien auf nationaler Ebene einfliessen.

Am 29. März versammeln sich die Delegierten der Grünen Schweiz in Glarus, um ihr Parteipräsidium neu zu bestellen. Die Doppelspitze mit Regula Rytz und Adèle Thorens sowie die drei Vizepräsidenten Bastien Girod, Josef Lang und Robert Cramer stellen sich zur Wiederwahl. Gewohnheitsmässig steht auch den Jungen Grünen ein Vizepräsidiumssitz zu. Mit dem Rücktritt der Aargauerin Irène Kälin wird er frei, als Ersatz nominiert ist Luca Maggi. Gegenkandidaturen gibt es keine.

Einsicht als Radioreporter

Luca Maggi studiert Soziologie und im Nebenfach Recht. Ursprünglich hatte er die Journalistenausbildung am MAZ in Luzern machen wollen, er hatte auch schon die Aufnahmeprüfung bestanden. Dann besann er sich anders. Er habe immer schon zum Radio gewollt, erzählt er. Noch als Gymnasiast bewarb er sich daher bei den Radiostationen in und um Zürich – mit Erfolg. Nach der Matur konnte er bei Radio Munot in Schaffhausen anfangen. Und er hatte Glück, wie er sagt. Obwohl Anfänger, durfte er neben Strassenumfragen auch richtige Berichte herstellen. Dabei wurde ihm aber bald schon klar: Über Politik zu berichten, ist spannend, selber Politik machen spannender. Somit ergab ein Studium an der Uni mehr Sinn.

Sprecher beim 1.-Mai-Komitee

Aufgewachsen ist er in Zürich. Seit drei Jahren ist er bei den Grünen. 2012 wurde er Präsident der Jungen Grünen der Stadt Zürich. Diesen Februar gab er die Funktion wieder ab. «Nach den Gemeinderatswahlen war der ideale Zeitpunkt», sagt er. Der Posten biete eine Profilierungsmöglichkeit für Nachwuchspolitiker. Es mache daher keinen Sinn, wenn ihn einer für länger innehabe. Sein Name war ungefähr in der Mitte der grünen Parteiliste für den Gemeinderat aufgeführt. Bei den Kantonsratswahlen im kommenden Frühling hofft er auf eine günstigere Platzierung weiter vorne.

Letztes Jahr engagierte er sich gegen das Hooligan-Konkordat, das mehr «Law and Order» im Fussball erlaubt – vergeblich. Zudem ist er Sprecher im 1.-Mai-Komitee. Als solcher freut er sich über die diesjährige Hauptrednerin: Giuseppina Nicolini, Bürgermeisterin der Flüchtlingsinsel Lampedusa. Er bewundert ihre humanitäre Einstellung. Eine ausländerfreundliche Politik ist ihm wichtig. Er bekämpft daher die Ecopop-Initiative, welche die Zuwanderung rigoros beschränken will.

Wie viele Studenten arbeitet er nebenher. Er tut dies im Zürcher Chreis Cheib, an der Bar im «Kaiser Franz» und als Host im Club Gonzo. Nicht ­allein wegen des Geldes, wie er betont. Auch weil es Spass macht.

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