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Mehr Kapazität für die ARA

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) in der Hard wird zeit- gemäss ausgebaut. 7,4 Millionen Franken soll der neue, 20 Meter hohe Faulturm kosten.

Ein Faulturm ist ein wichtiger Teil der Abwasserreinigung. In ihm vergärt der anfallende Schlamm. Seit dem Bau der Anlage in Wülflingen vor 25 Jahren steht der Faulturm im Dauerbetrieb. In der ganzen Zeit ist er nie geleert, inspiziert oder inwendig unterhalten worden, etwas, das eigentlich alle sieben Jahre gemacht werden sollte. Ausserdem stösst seine Kapazität an ihre Grenzen.

Aus all diesen Gründen hat der Stadtrat im Sommer einen gebundenen Kredit über die Bausumme gesprochen. Damit soll jetzt ein zweiter Faulturm gebaut werden. Schliesslich steht in der Hard eine der grössten Anlagen der Schweiz. Hier werden die Fäkalien von über 125 000 Menschen bearbeitet. Es werden vielleicht bald noch mehr sein, denn langfristig ist der Anschluss der Gemeinden im oberen Tösstal an das Winterthurer Abwassernetz in Diskussion. «Diese Menge zu bearbeiten, ohne eine Ausweichmöglichkeit bereitzustellen, ist als grobfahrlässig zu betrachten», sagt Roger Müller, der Leiter der ARA. Unvorhergesehenes wie ein Leck im Schlammbehälter könnte zu Gewässerverschmutzung oder unkon­trol­lier­tem Austreten von klimaschädlichem Methan führen.

Wenn die Kapazität des Faulturms erreicht war, konnte das bislang noch mit der Schlammverbrennungsanlage aufgefangen werden. Stadtwerk Winterthur muss diese Anlage aber ab 2015 schliessen. Ab diesem Zeitpunkt soll der Klärschlamm aus allen rund 70 Abwasseranlagen des Kantons in der zentralen Klärschlammverbrennung Werdhölzli verbrannt werden. Aus der entstehenden Asche soll dereinst der als Düngemittel wertvolle Phosphor zurückgewonnen werden.

Bauplatz wird vorbereitet

Jetzt erfolgte die Baueingabe, bis zum 12. Dezember liegen die Pläne noch im Bauamt auf. Die Winterthurer Holinger AG hat das Projekt ausgearbeitet, die Bausumme liegt bei 7,4 Millionen Franken. Zurzeit wird der Bauplatz vorbereitet. So bald wie möglich soll dann mit dem Bau des 20 Meter hohen Turmes begonnen werden. Erschlossen wird er durch eine Liftanlage. «Es ist ein anspruchsvolles Bauprojekt, auch weil es während des laufenden Betriebs realisiert werden muss», sagt Müller. Mit dem ersten Betrieb unter Last rechnet er ab Mitte 2015, aber danach wird das «Einfahren» des Schlammreaktors noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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