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Mehr Platz für die Bakterien

Die Kläranlage Ellikon ist zu klein. Dar­um wird sie erweitert und saniert. Gestern haben die Arbeiten für das 10 Millionen Franken teure Projekt begonnen.

Für jeden Einwohner im Einzugsgebiet der Kläranlage Ellikon arbeiten Tag und Nacht 300 Gramm Bakterien, um für ihn das Schmutzwasser zu reinigen. Und dieses Bakterienvolk braucht Platz, um seine Arbeit erledigen zu können. Durch das Bevölkerungswachstum und die positive Entwicklung des Gewerbes war die ARA Ellikon in den letzten Jahren immer wieder überlastet. Dar­um wird sie derzeit für knapp 10 Millionen Franken erweitert und deren Kapazität von 7000 auf 14 000 Einwohnerwerte verdoppelt. Gestern fand der Spatenstich für das Grossprojekt statt. Beteiligt sind neben Ellikon an der Thur auch Dinhard, Wiesendangen, Rickenbach, Gachnang und Frauenfeld. Zudem wird nach der Erweiterung auch Uesslingen an die ARA Ellikon angeschlossen. Es gebe sicher Spektakuläreres zu bauen als die Erweiterung einer Abwasserreinigungsanlage, sagte Andy Karrer, Präsident der Betriebskommission, gestern in seiner Rede. «Viele Einwohner werden zu Hause kaum etwas von dieser grossen Investition spüren.» Aber das Projekt sei deshalb nicht weniger wichtig. Karrer schaute von Ellikon aus in die ganze Welt. Die Ozeane seien verschmutzt. Die Entsorgung von Abwasser und Müll sei zu einem riesigen globalen Problem geworden und die Folgen davon würden auch spätere Generationen noch zu spüren bekommen. «Deshalb bin ich glücklich und ein bisschen stolz, wenn wir mit der Erweiterung unserer ARA im Kleinen etwas für die künftigen Generationen tun», sagte Karrer. Keine neue Reinigungsstufe Geplant ist eine Bauzeit von knapp zwei Jahren. In dieser Zeit wird die Kläranlage um eine vierte Abwasserstrasse erweitert und ein zweiter Faulturm errichtet. Das Betriebsgebäude, die technischen Anlagen und die Steuerung werden erneuert. Neu wird das gereinigte Wasser nicht mehr in den Ellikerbach, sondern direkt in die Thur geleitet, wofür eine neue Druckleitung gebaut wird. Eine Reinigungsstufe für sogenannte Mikroverunreinigungen wie Rückstände von Medikamenten, Pestiziden oder Reinigungsmitteln wird in Ellikon nicht gebaut. «Wir haben das zwar diskutiert», sagt Peter Hunziker, Planer und Geschäftsführer der Hunziker Betatech AG. Aber durch die direkte Ableitung des gereinigten Wassers in die Thur erreiche man eine gute Verdünnung. «Die zusätzliche Reinigungsstufe ist deshalb gar nicht nötig.» Nach Abschluss des Bauprojekts sei die Anlage auf dem neuesten Stand und erfülle alle Auflagen an den Gewässerschutz. Ines Rütten

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