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Mehr Rentner, weniger Kündigungen

Weil überdurchschnittlich viele städtische Angestellte in Pension gehen, muss die Stadt unter Umständen weniger Stellen abbauen als geplant.

So viele Abgänge hatte die Stadtverwaltung selten. Insgesamt 159 städtische Angestellte lassen sich pensionieren. Letztes Jahr waren es noch 106 Personen. «Die Zahl der Pensionierungen ist um über 50 Prozent angestiegen», sagt Eva Schwarzenbach, Personalchefin Stadt Winterthur. Dass viele Stadtangestellte ihren Arbeitsplatz noch vor dem ordentlichen Rentenalter von 63 Jahren verlassen, kommt den Plänen der Stadtverwaltung entgegen. «Es kann sein, dass durch die vielen Pensionierungen weniger Stellen abgebaut werden müssen als im Rahmen des Sparprogramms Effort 14+ geplant war», sagt Schwarzenbach. Welche Abteilungen von den zusätzlichen Personalabgängen betroffen sind und wo weitere Stellen gestrichen werden müssen, kann die Personalchefin noch nicht sagen. Frührente statt Kündigung Ein Grund für die vielen Pensionierungen war ein Angebot der Stadt: Das Personalamt verkürzte die Kündigungsfrist aller Angestellten von sechs auf drei Monate. Damit wollte sie auch Angestellten mit langen Kündigungsfristen die Möglichkeit geben, sich bis Ende Jahr pensionieren zu lassen und damit von einem höheren Umwandlungssatz zu profitieren. Ab nächstem Jahr wird die Pensionskasse nämlich saniert und der Umwandlungssatz sinkt. Dass die meisten Stadtangestellten dieses Jahr nur deshalb in Rente ­gingen, entspreche aber nicht der ganzen Wahrheit, sagt Schwarzenbach. «Wir haben jedes Jahr eine hohe Anzahl von Personen, die sich frühpensionieren lassen.» Die Personalchefin vermutet eher, dass wegen der finanziellen Si­tua­tion der Stadt die Belastung und der Druck am Arbeitsplatz zugenommen habe. Kosten erst nächstes Jahr abschätzbar Auch Pensionskassenchef Rudolf Steiner glaubt nicht, dass nur finanzielle Faktoren eine Rolle spielten. Seiner Meinung nach hätten ein generelles Unsicherheitsgefühl und die Angst vor Veränderung einige Angestellten mehr dazu veranlasst, sich frühzeitig pensionieren zu lassen. «Wer früher in Rente geht, hat ­immer auch einen finanziellen Verlust», so Steiner. Dass die Frühpensionierungen nicht nur den Rentnern, sondern auch die Pensionskasse viel Geld koste, sei ein negativer Nebeneffekt. «Erst nächstes Jahr können wir abschätzen, wie viel uns die 50 Prozent mehr Pensionierungen gekostet haben», sagt Steiner.

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