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Mehr Rücksicht auf Fussgänger

Der Kanton will die Weiacherstrasse in Pfungen nächstes Jahr für 1,7 Millionen Franken sanieren. Für die Fussgänger ist ein Trottoir geplant und der Verkehr soll nur noch mit Tempo 50 rollen.

Noch bis zum 18. August liegen die Pläne zur Sanierung der Weiacherstrasse in der Gemeindeverwaltung Pfungen öffentlich auf. Die Transitachse erhält zwischen dem Kreisverkehr Bahnhof­strasse/Weiacherstrasse und der Ortsausfahrt Richtung Embrach einen neuen Deckbelag. Grösstes Anliegen des Gemeinderats bei der Sanierung ist es, dass die täglich von bis zu 16 000 Fahrzeugen genutzte Weiacherstrasse siedlungsverträglicher gestaltet wird. Bausekretär Reto Amstutz: «Wir nehmen uns die Forderungen und Wünsche der Bevölkerung sehr zu Herzen.» Am dringlichsten ist es für den ­Gemeinderat, im entsprechenden Abschnitt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Kilometer pro Stunde zu reduzieren. Das bewilligt der Kanton jedoch nur in Kombination mit einer optischen Verengung der Strasse. Einseitige Allee Eine optische Verschmälerung drängt sich besonders zwischen der Ortseinfahrt (von Embrach herkommend) und der Einmündung der Rissortastrasse (Höhe Tankstelle) auf. Denn dort befinden sich nur auf der nördlichen Strassenseite Gebäude, die südliche Seite säumt Kulturland. «Das sorgt für Ausserortscharakter», betont Am­stutz. Dar­um sollen zwischen der Strasse und dem Landwirtschaftsland künftig Bäume stehen. Thomas Maag, Mediensprecher der Baudirektion des Kantons Zürich, bestätigt auf Anfrage, dass ausserorts entlang von Kantonsstrassen seit vielen Jahren in der Regel keine Bäume mehr gepflanzt werden. «Innerorts ist das Bedürfnis nach Bäumen aber gegeben und auch möglich, sofern die Anforderungen an das Lichtraumprofil und die Sichtweite bei Ausfahrten erfüllt werden.» In Pfungen sei das der Fall. Für Fahrzeuge und Fussgänger Weiter soll die Fahrbahn im Bereich Einmündung Rissortastrasse/Tankstelle sowie vor dem Kreisverkehr Bahnhofstrasse/Weiacherstrasse künftig schmaler wirken. Und zwar durch einen sogenannten multifunktionalen Mittelstreifen. Dabei handelt es sich um zwei Meter breite Streifen in der Strassenmitte, die sowohl von Fussgängern als auch von Fahrzeugen benutzt werden. Für Fahrzeuge dienen sie etwa als Abbiegefläche (anstelle von Abbiegespuren). Fussgänger können sie als Querungshilfen nutzen. Thomas Maag betont: «Fussgängern bieten sie jedoch nicht den Schutzgrad einer Mittelinsel.» Deshalb müssen diese in grauem Farbton gehaltenen Streifen an ihren Enden durch Verkehrsinseln ergänzt werden. «Dies dient sowohl dem Schutz der Fussgänger, aber auch dazu, keinen ‹Überholstreifen› zu generieren.» Zum Überholen von Zwei­rädern dürfen die Streifen jedoch befahren werden. Auch Himmelblau möglich Als Farben für den Multifunktionsstreifen wären etwa auch Braun, Himmelblau oder Grün möglich gewesen. «Aber Grau eignet sich für den Zweck auf der Weiacherstrasse am besten», so Maag. Diese Mehrzweckstreifen gibt es weltweit seit etwa 1960, im Kanton Zürich seit rund 15 Jahren. Da nur die Gemeinde die Temporeduktion haben möchte, der Kanton aber weiterhin mit Tempo 60 zufrieden wäre, muss Pfungen selbst für die op­tischen Verengungsmassnahmen aufkommen. Für die rund 18 Bäume und die neuen Mittelstreifen mit den zugehörigen Inseln schätzt der Kanton die Kosten auf rund 75 000 Franken. Die reguläre Sanierung umfasst ne­ben dem neuen Strassenbelag den Bau eines durchgehenden Trottoirs vom Kreisverkehr Bahnhof-/Weiacherstrasse bis zur Allmendstrasse. Auch die Beleuchtung reicht künftig voraussichtlich bis zur Allmendstrasse. Übergangslösung Beim vorliegenden 1,7-Millionen-Projekt handelt es sich um ein Vorprojekt, das im vierten Quartal dieses Jahres noch angepasst wird, falls nötig. Sofern es danach keine Verzögerungen mehr gibt, ist der Baubeginn für den Sommer des nächsten Jahres geplant. Zwar hat die Weiacher­strasse schon vor einem Jahr einen neuen Deckbelag erhalten. Dabei handelt es sich aber nur um einen sogenannten Dünnschichtbelag. Dieser war als Über­gangslösung nötig, um die dringende Gesamtsanierung noch hinauszögern zu können. Nur durch diesen Zeitgewinn war es möglich, die Wünsche der Gemeinde in das Projekt einfliessen zu lassen.

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