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Mehrfacher Mordversuch nach Kränkung

Ein Kurde wollte die Ex-Frau und ihren neuen Lebenspartner töten lassen. Sechseinhalb Jahre erhält er für die den «Ehrenmorde»-Plan.

Am 14. Mai 2013 forderte der heute 50-jährige ­Beschuldigte in einer Bar an der Zürcher ­Badenerstrasse einen früheren Schwager auf, die Ehre der Familie wiederherzustellen. Der angesprochene Mann sollte nicht nur die Ex-Frau des Kurden, sondern auch deren neuen Lebenspartner erschiessen. Sie habe mit der von ihr eingeleiteten Scheidung und der Wahl eines neuen Mannes den Namen der Familie in den Schmutz gezogen, erklärte der Beschuldigte und zeigte dem Bruder der Ex-Frau eine Pistole. Als 12-Jährige gekauft Der Ex-Schwager verweigerte jedoch nicht nur den Auftrag, sondern ging sogleich zur Polizei. Der arbeitslose Kurde wurde verhaftet. Gestern musste er sich wegen versuchter Anstiftung zu mehrfachem Mord vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Es stellte sich heraus, dass der Beschuldigte seine Ex-Frau als 12-jähriges Mädchen in der Osttürkei gekauft und geheiratet hatte. Er zeugte vier Kinder mit ihr und wanderte Mitte der 1990er-Jahre als politischer Flüchtling in die Schweiz ein. Bald kam die Familie nach, die seither in Zürich lebt. Zum Bruch kam es, als der Beschuldigte im Jahr 2000 in der Türkei verhaftet wurde und danach fünf Jahre im Gefängnis verbrachte. Seine Ehepartnerin entfremdete sich von ihm. Dazu trug der Umstand bei, dass sie in Zürich mit einer Zweitfrau des Beschuldigten zusammenleben musste. Zwischendurch in Haft Nach seiner Entlassung aus der Haft in der Türkei kehrte der Beschuldigte Anfang 2006 in die Schweiz zurück. Im September 2007 beantragte die Ehefrau die Scheidung und setzte diese drei Jahre später gegen seinen Willen durch. «Der Beschuldigte hat diese Trennung einfach nicht verdaut», erklärte dazu ein Rechtsanwalt der Privatkläger. Der Beschuldigte bestritt das vehement. Den Mordauftrag bezeichnete er als pure Erfindung. Es liege eine Verschwörung der Familie vor, die ihn loswerden und bestraft sehen wolle. Schüsse zur Disziplinierung Die zuständige Staatsanwältin sprach von einem schweren Verschulden und verlangte eine hohe Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Die Rechtsvertreterin der Ex-Frau schilderte ein Martyrium ihrer psychisch angeschlagenen Klientin. Als 14-Jährige etwa sei sie vom Beschuldigten angeschossen worden, nur weil sie nicht habe kochen wollen. Der Verteidiger verlangte einen Freispruch und die sofortige Beendigung der mittlerweile 400-tägigen Haft. Aufgrund von widersprüchlichen Angaben des Beschuldigten kam das Gericht zu einem Schuldspruch und verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren. Es sei kein Ehrenmord im Vordergrund gestanden, sagte der Gerichtsvorsitzende. Vielmehr sei eine permanente Kränkung das Tatmotiv gewesen.

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