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Mehrheit des Stimmvolks befürwortet Flexibilisierung des AHV-Alters

Fast neun von zehn Stimmberechtigten sind der Ansicht, dass die Altersvorsorge in der Schweiz heute gut funktioniert. Am Horizont sehen viele aber dunkle Wolken aufziehen, wie der "Altersvorsorgemonitor 2013" zeigt.

Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Befragten denken, dass die Altersvorsorge in Zukunft eher oder sehr schlecht funktionieren wird. Das ist das Ergebnis einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage, die das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV) durchgeführt hat.

Um aktuelle Probleme rund um die Altersvorsorge zu lösen, sollte die Politik aus Sicht einer Mehrheit der Befragten (81 Prozent) die Pensionskassen und Lebensversicherer besser kontrollieren. Drei von vier Stimmberechtigten sprechen sich weiter für eine Flexibilisierung des AHV-Alters aus.

Rentenreform setzt laut Umfrage richtige Akzente

Auch eine Erhöhung der Beitragszahlungen für die erste oder zweite Säule fand in der Umfrage eine knappe Mehrheit (51 Prozent). Damit würden die verschiedenen Elemente des Reformpakets "Altersvorsorge 2020" aktuell in den Einzelelementen vorsichtig wohlwollend beurteilt, heisst es in der Studie.

Die Reform setze aus Sicht der Stimmberechtigten richtige Akzente, bilanziert der Politologe Claude Longchamp von gfs.bern im Communiqué des Versicherungsverbands. Denn sie bestehe aus einem Paket unterschiedlicher Massnahmen, bei dem jeder etwas gebe und etwas nehme. Der Versicherungsverband, der die Umfrage in Auftrag gab, trägt die Reformbestrebungen des Bundesrates mit.

Für Reformschritte im Bereich von Leistungskürzungen sei der Druck auf die Bevölkerung allerdings noch zu klein, wird Longchamp im Communiqué des Versicherungsverbands zitiert. Rentenkürzungen sind gemäss der Studie faktisch noch gleich unbeliebt wie im März 2010, als das Stimmvolk die Senkung des Umwandlungssatzes wuchtig ablehnte.

Keine Mehrheit findet laut der Umfrage auch eine Erhöhung des Rentenalters: Nur ein Drittel der Befragten sprach sich dafür aus.

Sorge um eigene Rente im Vordergrund

Für die Stimmbürger und -bürgerinnen steht gemäss der Studie die Sorge um die eigene zukünftige Rente stärker im Vordergrund als die Diskussion um die Finanzierung des Gesamtsystems. Knapp jeder zweite Befragte geht dabei davon aus, dass er eine Rente erhalten wird, welche mindestens so hoch ist wie heute erwartet; vierzig Prozent rechnen mit einer tieferen Rente.

Im Vergleich zu den Vorjahren zeigte sich damit eine gewisse Entspannung in Bezug auf die erwartete individuelle Rente: 2011 und 2012 waren noch mehr Personen davon ausgegangen, eine tiefere Rente als erwartet zu erhalten.

Für die Umfrage wurden im Juni 1200 Stimmberechtigte aus der ganzen Schweiz befragt.

(sda)

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