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Meister der Overtime

BERN. Travis Roche bescherte dem SCB im Duell gegen Zug in der Verlängerung den Sieg und die 2:1-Führung in der Serie.

Der SC Bern verlor zwar am Donnerstag in Zug 2:8, am Samstag aber war er dennoch wieder gut genug, den Heimvorteil zu wahren. Zum zweiten Mal gegen Zug mussten die Berner Zusatzarbeit verrichten, zum zweiten Mal siegten sie. Am letzten Dienstag hatte es bis zur Entscheidung in der Overtime 116 Sekunden gedauert (Tor durch Martin Plüss), diesmal fiel das Siegtor für die Heimmannschaft nach 4:53 Minuten. Der Schuss von Travis Roche im Powerplay wurde vor dem Zuger Tor, wohl von Andy Wozniewski, noch abgelenkt.

So verdient das 3:2 war, der Trainerstab der Zuger tobte, weil beim entscheidenden Gegentor Alessandro Chiesa nach einem sehr diskutablen Entscheid auf der Strafbank sass. Diplomatisch fasste Zugs Verteidiger Patrick Fischer das Geschehen zusammen. «Wir haben Bern während vier, viereinhalb Minuten in unserem Drittel wirbeln lassen und den Schiedsrichtern so die Möglichkeit gegeben, diese Strafe zu pfeifen.»

Derweil kriegte sich Trainer Doug Shedden auch Minuten nach Spielschluss kaum ein. Mit hochrotem Kopf stapfte der Kanadier Richtung Kabine, auf dem Weg dorthin leistete er sich ge­gen­über Ueli Schwarz einen verbalen Aussetzer. «Chris McSorley hatte schon recht!», schrie er dem Direktor Leistungssport des Verbandes und der Liga entgegen. Shedden sprach damit die Äusserungen des Servette-Coachs an, der nach dem Viertelfinal-Out in Bern schwadroniert hatte, die Liga bevorteile Bern mit System.

Nach den acht Gegentreffern vom Donnerstag (so vielen wie noch nie in davor 243 Playoff-Spielen seit Playoff-Einführung 1985) zeigte sich Bern zum einen Teil verbessert, zum andern aber auch noch immer nicht gefestigt. Die 2:0-Führung wurde vergeben, sodass erneut eine Verlängerung auf dem Programm stand. Die Berner jedoch sind beinahe so etwas wie die Meister der Overtime im diesjährigen Playoff. Eine Verlängerung verloren sie zwar (gegen Genf), aber sonst entschieden sie drei Verlängerungen und dazu ein Penaltyschiessen für sich.

Dass Bern im zehnten Playoff-Spiel in die bereits fünfte Zusatzschicht gezwungen wurde, war aufgrund des bislang intensivsten Spielverlaufs nicht ganz logisch. Logisch hingegen – aus Berner Sicht – war das 3:2, «weil wir das Tor mit einer gewissen Geduld erzwingen wollten», wie es Joël Vermin formulierte. «Diese Rechnung ging auf. Auch darum, weil wir in den letzten zwei Dritteln sehr gut spielten und kaum Chancen zuliessen. In der Verlängerung waren nur noch wir am Drücker.»

Die Zuger Rückkehr

Wie auch in der erste Phase des Spiels, in der es schien, als hätte Zug nach dem Kantersieg vom Donnerstag für die höchste Berner Playoff-Niederlage seit einem 1:7 in Finalspiel 3 der Saison 1989/90 (1:7 in Lugano) zu büssen. Sheddens Mannschaft sah sich permanentem Druck ausgesetzt. Martin Plüss erzielte mit seinem bereits dritten Tor gegen die Zuger die Führung, mit dem Shorthander zum 2:0 durch Top­sko­rer Byron Ritchie hatte der SCB das Geschehen scheinbar vollends unter Kon- trolle.

Doch Zug glich im letzten Drittel aus – und erhielt durch ein Dribbling von Lino Martschini gar eine Möglichkeit auf das 3:2 (50.). «Wir hatten die Chance, das Break zu schaffen», sagte Fischer. «Deshalb ist diese Niederlage sehr ärgerlich.» (si/jch)

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