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Melioration in der Geschichte

Immer wieder fanden in der Historie der Schweiz Meliorationen statt. Ursprünglich wurden unter dem Begriff Melioration alle Massnahmen zur Bodenverbesserung zusammengefasst. Laut dem Historischen Lexikon der Schweiz beinhalteten Meliorationen bis ins 19. Jahrhundert vor allem den Hochwasserschutz, die Bewässerung, Trockenlegungen, Bachverbauungen und Gewässerkorrektionen. Ziel war es, Siedlungen zu sichern und Kulturland zu gewinnen oder aufzuwerten. Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff ausgeweitet. Er umfasste nun auch Massnahmen wie die Güterzusammenlegung und den Erosionsschutz. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Meliorationstätigkeit für eine erhöhte Nahrungsmittelproduktion intensiviert. Nach dem Krieg wurde die sogenannte Innenkolonialisation eingeleitet. Sie hatte zum Ziel, die Lebens- und Produktionsbedingungen im ländlichen Raum zu verbessern. Damit erhielt die Melioration neu eine raumordnungspolitische Funktion. Ein ausserordentliches Meliorationsprogramm – bekannt als Anbauschlacht – wurde 1941 umgesetzt. Mit dieser sollte vor allem die Lebensmittelproduktion während des Zweiten Weltkriegs gesteigert werden. In der Nachkriegszeit betrafen Meliorationen vor allem Güterzusammenlegungen, Weganlagen und die Wasserversorgung. Durch die Mechanisierung veränderten sich die Produktionsbedingungen, die Böden wurden rationeller genutzt. Die Gesamtmelioration brachte eine umfassende Restrukturierung des ländlichen Raums mit sich. Heute wird sie als Ins­trument der Raumplanung, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Strukturen eingesetzt. (rut)

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