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Melken, Heuen, Trauben stehlen

Ein anschauliches Bild vom Leben auf den Berghöfen in den 40er- und 50er-Jahren vermitteln die Schilderungen von Alfred Weiss: Er wuchs in der Oberen Hueb auf. Die Kinder legten den Weg zur Schule im Dorf am Morgen und am Nachmittag zurück, was vier Kilometer Distanz und 200 Meter Höhendifferenz pro Weg bedeutete. Abmarsch war morgens um 6 Uhr – die Schule begann ab der zweiten Klasse um sieben Uhr. Die Kinder durften das Velo nicht benutzen, im Winter aber immerhin die Hubstrasse hinunterschlitteln. Am Wochenende wurde die «Hubschlittbahn» auch von den Dörflern in Scharen genutzt, das «Hühnerloch» war für viele Neftenbacher und Bucher als Skihang beliebt. Der lange Schulweg und das Aufwachsen in landwirtschaftlichem Umfeld bedeuteten für die Kinder in den Hueben viel unmittelbaren Kontakt mit den Elementen und der Natur. Weiss half beim Heuen und Melken, Auf dem Schulweg gabs Birnen, Kirschen und Trauben zu stibitzen. Das Tobel und der Schlosswald waren ursprüngliche Spielplätze. Im Herbst möglichst lange barfuss unterwegs zu sein, war eine Art Schülersport – bei dem es geschehen konnte, dass man schliesslich auf dem Schulheimweg über Neuschnee ging. Weiss erinnert sich an heftige Sommergewitter mit zahlreichen Blitzeinschlägen in nächster Nähe. «Wir mussten uns ankleiden, um im Fall eines Blitzeinschlages sofort das Haus verlassen zu können. Meist harrten wir in der Küche aus, bis das Schlimmste vorbei war. Und oft betete die Mutter», schreibt Weiss in seinen Erinnerungen. Seine Aufzeichnungen sind als Broschüre im Museum erhältlich. (ua)

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