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Membran schützt Eisfeld vor Regen

Ein enges Kostenkorsett stand Pate bei der Realisierung des Ersatzneubaus Sportzentrum Eselriet. Dass günstig nicht «null-acht-fünfzehn» heissen muss, zeigt das spezielle Eisfeld-Dach.

Leicht sollte es werden und kostengünstig obendrein. Entstanden ist über der zukünftigen Eisfläche ein Dach aus sechs filigran wirkenden Stahlfachwerkträgern und leichtem, lichtdurchlässigem Zeltstoff. Das Wort Zeltstoff ist zwar nicht ganz richtig, doch der Begriff kommt dem Material nahe. Carlo Galmarini, der Bauingenieur, der das Dach geplant und berechnet hat, spricht von einer Membrane aus einem Glasfasergewebe. Diese Membrane wird zwischen den sechs Stahlträgern eingehängt. In der Mitte zwischen den Trägern wird die Membrane mit einem Stahlseil – der Bauingenieur spricht von einem Kehlseil – nach unten gespannt. So lässt sich die Membrane faltenfrei spannen. Einfach war das nicht, da sich gewobenes Material nicht linear dehnt und zusammenzieht. Ein Augenschein auf dem Dach lässt erahnen, wie viel es braucht, damit die Membrane keine Falten wirft und im Wind nicht ins Flattern kommt. Aufwendig konstruierte und mit einem Stahlring verstärkte Ösen und lange Gewindestangen aus Edelstahl ermöglichen die Feinjustierung.

Lichtdurchlässigkeit nimmt zu

An das Material der Membrane wurden höchste Ansprüche gestellt. «Zweimal mussten wir die vom Lieferanten in Polen erhaltenen Muster zurückschicken, bis wir zufrieden waren», sagte Galmarini bei einer Begehung am Freitag. «Lieber hätten wir zwar eine Membrane aus PVC-Material verwendet. Diese wäre noch eine Spur lichtdurchlässiger», meinte er. Dagegen sprach sich aber die Feuerpolizei aus. «Mit dem jetzt verwendetem Glasfasergewebe können wir leben und in den kommenden sechs Monaten wird die Lichtdurchlässigkeit noch deutlich zunehmen», erklärte der Bauingenieur.

Leichter geht’s nicht

Gerade mal 50 Kilogramm pro Quadratmeter bringt das Dach, das eine Fläche von 35 auf 63 Meter überspannt. Zum Vergleich kommt ein Stahlleichtdach auf 170 und eine Betondecke sogar auf 590 Kilogramm. Möglich wurde diese leichte Konstruktion, weil das Dach keinerlei Wärmedämmung erfüllen muss. Sie soll lediglich Regen und Wind von den Zuschauern und vor allem von der Eisfläche fernhalten. Mit 4,5 Millionen Franken ist die Konstruktion auch kostengünstig. Auch die kurze Bauzeit von acht Monaten sprach für das Membrandach. Einen Nachteil hat die Konstruktion aber doch: Besonders in der nebligen Jahreszeit kann sich an dem Glasfasergewebe hoch über dem Eisfeld Schwitzwasser bilden. Rinnen aus Edelstahl unter dem Kehlseil sollen Abhilfe schaffen und das Wasser ableiten. Mit der Überdachung wird die Eisfläche in Zukunft zwischen September und April nutzbar sein.

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