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Menschen unter enormem Suchtdruck

Es brauche eine spezielle Strategie für diese kalten Nächte, sagt Pfarrer Ernst. «Sonst riskieren wir, dass Menschen sterben.» Die Si­tua­tion sei ernst. Gemäss Sieber geht es um eine Handvoll Menschen, denen es «sehr schlecht» geht. Das Personal im Pfuusbus stosse jede Nacht an seine Grenzen.

Seit dem 15. November öffnet der Sattelschlepper beim Albisgüetli jede Nacht seine Türen für Obdachlose. Bis zu 30 Menschen finden dort einen Schlafplatz – elf in Kojen, der Rest im Massenlager. Im Gegensatz zur städtischen Notschlafstelle können im Pfuusbus auch Menschen ohne Wohnsitz in Zürich die Nacht verbringen.

In der Notschlafstelle der Stadt Zürich übernachten momentan pro Nacht rund 40 Personen, wie Barbara Strebel, Kommunikationsleiterin Soziale Einrichtungen und Betriebe, auf Anfrage sagt. «Ein bis zwei Dutzend Menschen verbringen die Nacht regelmässig draussen.» Diese schliefen in Parks, WC-Anlagen oder unter Brücken.

«Bei Minustemperaturen machen die Mitarbeitenden von Sicherheit, Intervention und Prävention (SIP) Kältepatrouillen», sagt Strebel. «Sie kon­trollieren, ob die Leute über Decken verfügen. Ausserdem schauen sie, ob die Obdach­losen gesundheitlich überhaupt in der Lage sind, draussen zu übernachten.»

Da die kommenden Nächte besonders kalt werden sollen, öffnet ab heute das Café Yucca der Zürcher Stadtmission für drei Nächte und bietet Menschen ohne Obdach einen Übernachtungsplatz an der Wärme. Trotzdem machen auch die Mitarbeitenden der Sozialwerke von Pfarrer Sieber Kältepatrouillen. «Immer wieder kommt es vor, dass wir jemanden in den Pfuusbus nehmen müssen, weil er in einer schlechten Verfassung ist», sagt Daniela Bachmann, Betreuerin im Pfuusbus. Das Problem seien die Schwerstsüchtigen. «Wir haben eine Gruppe von Leuten, die unter einem enormen Suchtdruck stehen», sagt Daniela Bachmann. Diese könnten nicht ruhig sein, verletzten sich bei Stürzen und brächten eine grosse Unruhe in den Bus. «Einige der Menschen, die Nacht für Nacht kommen, bräuchten medizinische Hilfe – wir können ihnen diese aber nicht bieten.»

Sache der Spitäler

In der Stadt Zürich fehle eine Einrichtung für diese kranken Menschen, sagt Pfarrer Sieber. «Es muss doch auch im Winter in Zürich für alle Menschen eine Aufenthaltsmöglichkeit geben.» Die Verantwortlichen der Sozialwerke fordern deshalb von der Stadt für die Winternächte ein Ambulatorium mit medizinischem Personal. Einen solchen Ort gibt es bis jetzt nicht. «Um Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, kümmern sich die Spitäler», sagt Barbara Strebel vom ­Sozial-­ departement. (sda)

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