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Messi führt Argentinien zum Gruppensieg

Nach dem 3:2 Argentiniens in Porto ­Alegre gegen Nigeria freuten sich beide Teams: Die Südamerikaner über den Gruppensieg, die Afrikaner über die Quali­fikation für die Achtelfinals.

Der überragende Lionel Messi (3./45.) und Aussenverteidiger Marcos Rojo, dem in der 50. Minute nach einem Corner von Angel Di Maria etwas glückhaft der Siegtreffer gelang, schossen die Tore für die «Albiceleste», welche die Vorrunde mit dem Punktemaximum abschloss und den Achtelfinal am Dienstag in São Paulo bestreiten wird. Für Nigeria traf Ahmed Musa zweimal zum zwischenzeitlichen Ausgleich (4./47.). Die Mannschaft von Stephen Keshi, die von der Niederlage des Iran gegen Bosnien-Herzegowina profitierte, qualifizierte sich erstmals seit 1998 wieder für die K.-o.-Phase einer Endrunde.

Offensive Stärken

Die Argentinier, die weder gegen Bosnien (2:1) noch gegen den Iran (1:0) geglänzt hatten, räumten in ihrem letzten Auftritt der Vorrunde die Zweifel über ihre offensive Stärke aus – jedenfalls so lange, wie Messi im Spiel war. Dem Team von Alejandro Sabella boten sich neben den drei Toren noch mindestens ein Dutzend weitere gute Gelegenheiten zu Treffern. Angel Di Maria, Messi oder Gonzalo Higuain scheiterten wiederholt an Nigerias Keeper Vincent Enyeama, der trotz seiner ersten Gegentreffer in diesem Turnier zu den Besten seiner Mannschaft gehörte. Einziger Wermutstropfen für Argentinien war das Ausscheiden von Sergio Agüero, der sich kurz vor der Pause wegen einer Verletzung auswechseln liess.

Aus dem offensiven Staraufgebot von Alejandro Sabella ragte einmal mehr Messi heraus. Einen Tag nach seinem 27. Geburtstag zeigte die Nummer 10 eine brillante Vorstellung und deutete an, dass die WM in Brasilien zur grossen Bühne des vierfachen Weltfussballers werden könnte. Messi schoss nicht nur seine Treffer 3 und 4 an diesem Turnier, sondern zeigte sich spiel- und lauffreudig und hatte bei den meisten argentinischen Angriffen seine Füsse im Spiel. Nachdem er beim 1:0 einen Abpraller verwertet hatte, traf er in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem Freistoss aus rund 25 Metern zum 2:1. Zwei Minuten zuvor war er aus ähnlicher Distanz noch an Enyeama gescheitert. Das 3:2 war der erste Treffer Argentiniens an diesem Turnier, an dem Messi nicht direkt beteiligt war.

Nach gut einer Stunde wurde Messi bei seiner Auswechslung von den 43 285 fast ausschliesslich argentinischen Zuschauern mit Standing Ovations verabschiedet. Der WM-Mitfavorit trug in Porto Alegre erwartungsgemäss ein Heimspiel aus. Zehntausende Argentinier waren in die südlichste der zwölf WM-Städte, die ein paar Hundert Kilometer von der argentinischen Grenze entfernt liegt, gepilgert. Auf den Rängen dominierten die Farben der «Albiceleste», mit ihren Gesängen verwandelten die Fans das Estádio Beira-Rio in einen himmelblauen Hexenkessel.

Die hervorragende Ambiance schien auch die Spieler zu beflügeln. Ein Traumpass von Javier Mascherano machte nach 140 Sekunden den Auftakt in eine spektakuläre Partie, welche in der Schlussphase, als alle taktischen Vorgaben über den Haufen geworfen wurden, zu einem offenen Schlagabtausch avancierte. Nach Mascheranos Pass und Di Marias Abschluss prallte der Ball zweimal von Keeper Enyeama an den Pfosten, ehe Messi den Ball unter die Latte drosch und den Torreigen eröffnete.

Konzentration als Schwäche

Bereits im Gegenzug kamen die Nigerianer allerdings erstmals zum Ausgleich. Musa, der Mittelfeldspieler von ZSKA Moskau, nutzte eine erste Unaufmerksamkeit der Argentinier und schlenzte den Ball an Pablo Zabaleta und Sergio Romero vorbei in die lange Ecke. Es sollte in der ersten Halbzeit der einzige gefährliche Abschlussversuch der Afrikaner bleiben. Auch beim 2:2 kurz nach der Pause offenbarte Musa die Schwäche dieser argentinischen Mannschaft, als er nach einem Doppelpass mit Emmanuel Emenike alleine vor Romero auftauchte und erneut traf. Auch in der Schlussphase, als Nigeria mehr riskierte, wirkte die argentinische Abwehr unsicher. Im Gegensatz zur Offensive wird sie erst noch den Beweis antreten müssen, ob sie dazu taugt, dass die «Albiceleste» im Kampf um den WM-Titel ein ernsthaftes Wort mitreden können wird. si

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