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Messis Herkunft ist jetzt bekannt - der Jupiter

An der WM gilt das Gleiche wie im Klubfussball: Lionel Messi ist der Kleinste und der Grösste. Argentinien verdankt die Achtelfinal-Teilnahme gegen die Schweiz fast nur ihm.

"Messi kommt vom Jupiter. Er ist anders", sagte Nigerias Trainer Stephen Keshi nach der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft gegen Argentinien, für das der vierfache Weltfussballer Messi zweimal skorte. Keshi hat recht, Messi kann nur vom Jupiter kommen. Der Jupiter ist der mit Abstand grösste Planet in unserem Sonnensystem. Von der noch deutlich grösseren Sonne kann er nicht geschickt worden sein, denn dort wäre es bei einer Oberflächentemperatur von 6000 Grad auch für einen Alleskönner zu heiss.

Nachdem er beim 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina und beim 1:0 gegen den Iran die Siegestore geschossen hat, weist er nun in Brasilien bereits vier WM-Tore vor. 2006 und 2010 hatte er insgesamt nur einmal getroffen. Er wurde beinahe schon als chronischer WM-Versager abgestempelt.

Heuer ist es ganz anders als in früheren Jahren. Während er für einmal mit dem FC Barcelona eine durchzogene Saison hinter sich gebracht und erstmals seit 2008 keinen Titel geholt hat, zeigt Messi nun erstmals sein ganzes Können an einem Länderturnier.

Möglicherweise hat die Verletzungspause, die Messi zwischen November und Januar hatte einlegen müssen, im Nachhinein ihr Gutes. Die Pause hat ihn auch Energie tanken lassen, von der er jetzt noch zehren kann. Mit seinen vier Tore war Messi zusammen mit Neymar bis Mittwochabend WM-Torschützenlader - noch vor Xherdan Shaqiri.

Grundsätzlich ist es nicht von Vorteil, wenn eine Mannschaft weitgehend von einem einzigen Spieler abhängt. Wenn der Gegner diesen Spieler eng decken und "abmelden" kann, wird es schwierig. Im Fall von Messi und Argentinien ist es aber etwas anders. Messi lässt seine Mitspieler spielen und sorgt selber für so viel Wirbel, dass vor dem gegnerischen Tor immer wieder Lücken und Räume entstehen. Das gibt letztlich dem ganzen Team viel Selbstvertrauen. Dies wiederum ist gerade für Argentinien besonders wichtig, weil die Mannschaft seit Turnierbeginn eine etwas wacklige Defensive verraten hat.

Vor dem Achtelfinal am Dienstag gegen die Schweiz weiss Messi, dass sehr viel auf dem Spiel steht. Für Argentinien, aber auch für ihn persönlich. Er steht vier Schritte vor dem Weltmeister-Titel, der ihn endgültig zum besten Stürmer seiner Zeit erheben würde. Im Januar musste er die Ehre des Weltfussballers an seinen Rivalen Cristiano Ronaldo abtreten. In diesem Fernduell könnte er jetzt wieder in Führung gehen - im Hinblick auf die nächste Wahl.

(Si)

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