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Michail Gorbatschow mit seinen Memoiren an der Buchmesse

Leipzig. Die Buchmesse in Leipzig ging gestern mit einem Besucherrekord zu Ende. 168 000 Menschen kamen zum Frühlingstreffen der Buchbranche. Die grosse Attraktion war Michail Gorbatschows Buchpräsentation.

Schon eine Stunde vor Beginn des Gesprächs zwischen Gorbatschow und Ex-Aussenminister Hans-Dietrich Genscher am Freitag hatten sich vor der Peterskirche lange Schlangen gebildet. Viele Bürger der Stadt, in der 1989 die Montagsdemonstrationen das Ende der DDR eingeläutet hatten, wollten Gorbatschows Lebenserinnerungen hören. Mit mehr als 1500 Besuchern war das Gotteshaus restlos gefüllt.

Gorbatschow (82) stellte seine Memoiren «Alles zu seiner Zeit. Mein Leben» vor. Er blickte auf die Zeit von Glasnost und Perestroika in der So­wjetunion zurück und auf den Weg zur deutschen Wiedervereinigung. Das Ende der deutschen Teilung sei ein Ergebnis des Willens der Völker gewesen, sagte Gorbatschow. «Eben in dieser Stadt fielen diese Worte: ‹Wir sind das Volk› – und diese Worte wurden überall vernommen. Ohne die entscheidende Rolle der Menschen hätten wir diese Frage nie lösen können.» Gorbatschow hatte seine Memoiren schon in Berlin und Köln vorgestellt, aber das Gespräch in Leipzig sei für ihn besonders bewegend, hiess es vom Verlag Hoffmann und Campe.

Einbahnstrasse zum Flanieren

«Das Buch in seiner Vielfalt steht ungebrochen bei den Lesern hoch im Kurs», teilte die Messe am Abschlusstag mit. Dass die Leipziger Buchmesse von Jahr zu Jahr mehr Besucher anzieht, stimme die Branche optimistisch. An vier Tagen hatten sich in Leipzig 2069 Aussteller aus 43 Ländern präsentiert. Das Feedback der Aussteller sei durchweg positiv, erklärte Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. Unter den 168 000 Besuchern seien etwa 50 000 Fachbesucher gewesen. In einer Befragung hätten die Verlage erklärt, in Leipzig auf ein sehr neugieriges Publikum zu treffen. «Wir sind mit dem Messeverlauf hochzufrieden», erklärte Buhl-Wagner.

Am besucherstärksten Tag am Samstag war es in den Hallen teilweise eng geworden. Die Messe richtete «Einbahnstrassen» ein, um die Besucherströme zu lenken. Buchmesse-Direktor Oliver Zille nahm den Ansturm jedoch gelassen: «Es ist ein grosses psychologisches Element: Auf einer Publikumsmesse muss auch was los sein.» Auch das Begleitprogramm «Leipzig liest» – inzwischen Europas grösstes Lesefestival – wurde von den Bücherfreunden gut angenommen. Zahlreiche Lesungen an vielen verschiedenen Orten in Leipzig waren rappelvoll. An der Buchmesse hatten sich rund 2900 Autoren beteiligt. Nächstes grosses Branchenereignis ist die weltgrösste Buchmesse, die in Frankfurt vom 9. bis 13. Oktober stattfindet. (sda)

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