Zum Hauptinhalt springen

Mieter seilt Kamera ab, um Nachbarin zu filmen

Ein IV-Rentner erhält eine unbedingte Geldstrafe, weil er eine Nachbarin ausspionierte. Er ist einschlägig vorbestraft.

Ein gut 60-jähriger IV-Rentner hat sich an seinem Wohnort in Albisrieden als Hobbyspion betätigt. Dafür musste er sich gestern vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. «Ich wollte endlich die Gesichter der Drögeler filmen», berichtete der frühere Briefträger. Dabei zog er immer wieder über seine ein Stockwerk unter ihm wohnhafte Nachbarin her. Sie habe wilde Kokainpartys organisiert und dubiose Gestalten empfangen. «Ich konnte nur noch drei Stunden pro Nacht schlafen», beschwerte sich der Angeklagte den Tränen nahe.

Raffiniert versteckt

Der ledige Mann hatte der Polizei Beweise liefern wollen. So packte er eine Videokamera in eine Schachtel und liess das Paket an einer Schnur aus seinem Fenster im zweiten Stock hinab. Der Trick funktionierte. Jedoch bemerkte die Nachbarin die Aktion an ihrem Küchenfenster und erstattete Anzeige. Der Angeklagte musste sich gestern wegen Verletzung des Geheim- oder Privat­bereichs durch Aufnahmegeräte verantworten. Nicht zu seinen Gunsten sprach, dass er bereits 2004 und 2006 wegen Abhörens fremder Gespräche sowie Hausfriedensbruchs zu bedingten Gefängnisstrafen verurteilt worden war.

Er zeigte sich geständig, bat aber um Freispruch. Er könne ohnehin nichts bezahlen. Zudem äusserte er sein Unverständnis, dass er und nicht die Nachbarin bestraft werden solle. «Man darf ohne Einwilligung nicht einfach andere Leute filmen», sagte ihm die Richterin. Sie setzte eine unbedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 30 Franken fest. Eine Genugtuung, wie von der Nachbarin gefordert, muss er nicht zahlen. (ait)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch