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Mietstreit um Schulhauswohnung

Der Kinderclub Jojo möchte die Krippe vergrössern. Die Nachfrage ist riesig. Allerdings fehlt der Platz. Nun kämpfen Schulbehörde und Mieter um die Wohnung im alten Schulhaus.

Elf Kinder werden in der Krippe des Kinderclubs Jojo im alten Schulhaus Nord betreut. Doch die Nachfrage ist gross. Viele Eltern warten auf einen Krippenplatz. «Bei uns stehen etwa 14 Kinder auf der Warteliste, vor allem Säuglinge und Geschwister von unseren Hortkindern», sagt Evelyn Gloor, Leiterin des Kinderclubs. Doch für noch mehr Kinder ist in den jetzigen Räumen nicht genug Platz. Der Kanton schreibt vor, wie viel Fläche pro Kind zur Verfügung stehen muss. Die Primarschulgemeinde Els­au möchte die Krippe nun vergrössern. Dazu soll die Wohnung im alten Schulhaus genutzt werden. Doch genau um diese streiten sich Mieter und Schulpflege. Nun liegt der Fall beim Mietgericht. Bis ein Entscheid gefallen ist, sind die Ausbaupläne für die Krippe blockiert. Die Familie Gambarini, welche die 4-Zimmer-Wohnung mit rund 85 Quadratmetern seit 13 Jahren mietet, hat per März 2013 die Kündigung erhalten. Aber die Familie möchte länger in der Wohnung bleiben und hat um eine Fristerstreckung von einem Jahr gebeten. «Es ist für uns wirklich schwierig, eine gleichwertige Wohnung zu finden», sagt Remo Gambarini. Denn eines seiner vier Kinder gehe noch zur Schule, zwei seien in der Lehre und die älteste Tochter sei zwar ausgelernt, mache aber eine Zweitausbildung. «Keines unserer Kinder verdient voll und kann auf eignen Beinen stehen», sagt er. Frist um ein Jahr erstreckt Von seinem Einkommen als Gärtner und dem Lohn seiner Frau, die als Reinigungskraft arbeitet, könne sich die Familie eine teuerere Wohnung kaum leisten. Sie zahlt lediglich rund 950 Franken pro Monat für die vier Zimmer im alten Schulhaus. «Wir suchen ja nach einer Wohnung, aber bis jetzt haben wir nichts gefunden und brauchen mehr Zeit, bis sicher eines unserer Kinder mit der Ausbildung fertig ist», sagt Gambarini. Gerne würde die Familie weiterhin in Els­au wohnen. Hier sei man verwurzelt und in Vereinen engagiert. «Ich verstehe nicht, war­um der Krippenausbau nun so eilt», sagt Gambarini. Vor zwei Jahren habe die Behörde noch gesagt, dass sie froh sei, wenn sie die Krippe überhaupt auslasten könne. Vor der Schlichtungsbehörde für Mietstreitigkeiten hat Gambarini recht erhalten. Der Kündigungstermin wurde um ein Jahr verschoben. «Wir haben schon damit gerechnet, dass wir den Fall ans Gericht weiterziehen müssen», sagt Schulpflegepräsident Matthias Allenspach. Dennoch habe man für den Entscheid der Schlichtungsbehörde kein Verständnis. «Die Familie hat nun so lange zu diesem tiefen Mietzins gewohnt, dass wir etwas Entgegenkommen erwarten», sagt Allenspach. «Wir brauchen den Platz.» Man habe bei der Eröffnung des Kinderclubs nicht damit gerechnet, dass die Nachfrage so steigen würde, und sei vom Erfolg selbst überrascht. «Es ist eigentlich schön, dass unser Betreuungsangebot gut ankommt, aber ohne den Ausbau ist es unmöglich, noch mehr Kinder aufzunehmen.» Solange der Entscheid vom Mietgericht nicht vorliegt, könne man nicht weiterplanen. «Das ist wirklich ärgerlich», sagt Krippenleiterin Gloor. Sie könne weder den wartenden Eltern einen Bescheid geben noch die Bewilligungen beantragen oder den Personalbedarf planen. Sie sei enttäuscht, dass es zu einem solchen Mietstreit gekommen ist. «Ich kann verstehen, dass die Gambarinis von der Kündigung schockiert waren», sagt Gloor. Schliesslich sei das eine grosse Veränderung. «Aber wir möchten ja nichts Eigennütziges machen, sondern das Betreuungsangebot für die Els­au­er Familien verbessern», sagt sie. Plan B gesucht Die Schulbehörde rechnet im Frühling mit einem Entscheid des Gerichts. Die Leitung des Kinderclubs, die Schulbehörde und die Politische Gemeinde überlegen schon jetzt, was sie im Falle eines negativen Gerichtsentscheids machen. Bis im Sommer 2013 wolle man eine Lösung ausarbeiten. «Aber ein Plan B ist noch nicht vorhanden», sagt Gloor. Vielleicht müsse man irgendwo weitere Räume anmieten. Rund 60 zusätzliche Quadratmeter brauche die Krippe, um eine zweite Gruppe eröffnen zu können. Im Notfall müsse man auch eine Kürzung der Subventionen prüfen, sagt Primarschulpräsident Allenspach. Dann stünden weniger vergünstigte Krippenplätze zur Verfügung, was die Nachfrage dämpfe. «Dann würde man die Vollzahler zuerst berücksichtigen, was wir allerdings nicht anstreben.» An den Ausbauplänen für die Kinderbetreuung halte man jedoch fest.

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