Winterthur

Migros kittet Brüche in der Gesellschaft

Seit 1957 existiert bei der Migros die freiwillige Verpflichtung, die kulturelle Vielfalt und soziale Nachhaltigkeit mit einem Umsatzprozent zu fördern. Dieses Engagement schlägt sich auch in Winterthur und Region nieder.

Bild: Marc Dahinden

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Wer in Migros-Unternehmen einkauft, finanziert seit 60 Jahren automatisch das Kulturprozent mit. Im Jahr 2015 standen 120 Millionen Franken für Künstlerstipendien, das Migros Museum für Gegenwartskunst, aber auch die Klubschulen und die Sprachschulen Eurocentres zur Verfügung. Von Gottlieb Duttweilers Vision, über den Einkauf Kultur und Bildung zu unterstützen, profitieren jedoch auch soziale Projekte.

Immer mehr richten sich an Migranten und Zuzüger in die Schweiz. In Winterthur ist «mach mit» eine dieser Aktionen. Mittels handwerklich-technischer Freizeitaktivitäten, zuletzt in den Herbstferien, sollen sprachliche und kulturelle Grenzen überwunden werden. Kinder und Familien mit und ohne Migrationshintergrund werden über kreatives Gestalten und ein gemeinsames Suppenznacht zusammengeführt. Es sind mobile Miniwerkstätten im Einsatz, sogar Deutschkurse werden angeboten.

Die Direktion Kultur und Soziales beim Migros Genossenschaftsbund koordiniert diese Projekte. Hedy Graber (Foto) steht seit 2004 an ihrer Spitze. Im Interview erläutert sie, wo sie in den nächsten Jahren die grössten Herausforderungen erwartet. Freiwilliges Engagement in der Nachbarschaft ist ein solches Feld, das in Winterthur und Region bereits mehrere Tavolata-Tischgemeinschaften besetzen. Die selbstorganisierten Tafelrunden treffen sich jeweils bei Teilnehmern. Auf der nächsten offenen Jahrestagung in Wil am 24. April steht das Thema Ernährung im Alter auf dem Programm.

Singen im Durchgangszentrum

Ein weiteres Projekt, das gemeinsam mit Migranten entwickelt wird ist SINGconTAKT. Dabei hilft Musik im Sinne einer universellen Sprache beim interkulturellen Austausch. Die Gruppe Stimmvolk baut Sing- und Begegnungsgruppen in den Asyl-Durchgangszentren auf und vernetzt sie mit anderen offenen Singangeboten. Die Lieder seien einfach und auswändig singbar, auch für Menschen die unsere Schrift noch nicht lesen können, sagen die Ehrenamtlichen. Zudem sollen mit Asylsuchenden Lieder aus deren Herkunftsländern aufgeschrieben, gelernt und weitergegeben werden. Denn im Zusammenleben der Generationen und gesellschaftlicher Teilhabe über soziale Schichten hinweg, sieht Graber Aufgaben, denen sich das Migros Kulturprozent auch zukünftig widmen wird. (Der Landbote)

Erstellt: 26.02.2017, 18:05 Uhr

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